wußte er selbst nicht. Inspektor Diebold hatte ihm kurz und knapp befohlen: ,, Kommen Sie mir nicht ohne den Wachtmeister Baumann zurück, ganz gleich, wo Sie ihn suchen müssen!"
Baumann empfand das plötzliche Schweigen des Kommissars wie eine stumme Drohung. Diesmal gab es für ihn kein Ent
rinnen....
Das Auto fuhr langsamer, bremste.
,, So, bitte, wir sind da", sagte der Kommissar und öffnete die Wagentür.
Baumann sah ihn überrascht an. So höflich und entgegenkommend? Gab es doch noch Hoffnung?!... Als sie jedoch am Toreingang den SS- Posten im Stahlhelm passierten, die Treppen des riesigen Hauses hinaufstiegen, preßte lähmende Angst sein Herz
zusammen.
Im vierten Stockwerk bogen sie ein. Baumann ging instinktiv auf die Tür
-
364- zu.
,, Nein! Hier, ins Nebenzimmer", sagte der Kommissar.
Es war ein kleines Zimmer. Vor dem Fenster stand ein Schreibtisch mit einem Telefon und davor ein Armsessel, links ein grünlackierter Panzerschrank, an der gegenüberliegenden Wand ein einzelner Stuhl.
Baumann stutzte. Es war niemand im Raum!
-
,, Ich muß erst Bescheid sagen. Nehmen Sie bitte Platz". sagte der Kommissar.
,, Danke", sagte Baumann mit schwerer Stimme und setzte sich. Der Kommissar verschwand durch eine Seitentür, die in Inspektor Diebolds Zimmer führte.
Baumann lauschte angestrengt. Es war nichts zu hören, kein Geräusch, keine Stimmen. Nichts rührte sich. Lautlose, beklemmende Stille.
208


