Nächte in der Kellerstation, die Verhöre, die gegen ihn vorgebrachten Verdächtigungen und Beschuldigungen, seine grenzendas alles hatte in lose Verwirrung, Angst und Hilflosigkeit Möller nie den Gedanken ersticken können: Was wird aus meinem Geschäft?
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Was er befürchtet hatte, war eingetroffen. Viele Kunden blieben aus; wenn die Ladenklingel schellte, waren es meist Passanten, zufällige Käufer. Auch viele Stammgäste der Kaffeestube blieben weg, und selbst abends kamen nur vereinzelte Besucher, fremde Gesichter. Kunden, denen bisher die Frühstücksbrötchen ins Haus geliefert wurden, hatten nach seiner Verhaftung ihre Bestellung rückgängig gemacht.
Lange saẞ Möller, rechnete und überprüfte die Einnahmen und Ausgaben der letzten Zeit. Sie setzten Geld zu! Wenn das so weiterging... Er mußte von vorn anfangen, er kämpfte jetzt um seine bloße Existenz! Möller arbeitete rastlos, kontrollierte und überwachte die Arbeit in der Backstube, denn sofort nach seiner Rückkehr hatte er festgestellt, daß die Backware schlechter geworden war. Vielleicht hatte er deshalb die Kunden verloren?
Seine beiden eingearbeiteten, sehr tüchtigen Gesellen hatten in seiner Abwesenheit gekündigt. Die Gestapo war auch in ihre Wohnungen gegangen, um Haussuchungen zu halten. Seine Frau mußte daher vom Arbeitsamt zwei neue Gesellen anfordern.
Wie sehr auch all das Erlebte noch in Möller arbeitete, zwang er sich doch, nach außen hin ruhig zu erscheinen, nur an eins zu denken: an das Geschäft. Der erste Schritt vorwärts war getan; die Ware hatte jetzt wieder ihre frühere Qualität. Doch das genügte noch nicht. Er mußte Reklame machen, sich bei seiner früheren Kundschaft wieder in Erinnerung bringen. Mehr, das ganze Geschäft mußte renoviert werden! Möller ließ die Kaffee
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