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Sache Baumann und andere : Roman / Jan Petersen
Entstehung
Seite
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gebäude gehen! Würde ihn der Pförtner durchlassen? Und alle würden ihn sehen... Wieder diese hämischen, bohrenden Blicke, ein neues Spieẞrutenlaufen...! Er konnte ja in den Vormittags­stunden gehen, wenn das Werk voll arbeitete, wenn die Werk­straße meist leer war...

Ungeduldig wartete Wegner auf den nächsten Vormittag. Er sagte seiner Frau, daß er Besorgungen machen müsse.

Der Werkpolizist und der Pförtner am Werkeingang lehnten barsch ab, Wegner passieren zu lassen; doch Wegner wich nicht, erklärte immer wieder mit aufgeregten, bittenden Worten sein Anliegen. Schließlich sagte der Werkpolizist kurz: ,, Warten Sie hier!" Er ging in die Pförtnerbude und telefonierte.

,, Kommen Sie mit!" forderte er Wegner dann auf. Auf dem Weg durch das Werk blieb er dicht an Wegners Seite, begleitete ihn bis ins Personalbüro. Das Personalbüro durchzog eine große, mattierte Glaswand, in die rechts eine Tür eingelassen war. Sie führte zu den Büroräumen der Angestellten und zum Zimmer des Bürovorstehers Adam, wußte Wegner.

Ein Angestellter sah durch das kleine Schiebefenster in der Glaswand, als warte er bereits auf Wegner. ,,' n Augenblick", sagte der Angestellte, als Wegner vor dem Schiebefenster stand. Es vergingen einige Minuten, bevor das Gesicht des Bürovor­stehers Adam am Schiebefenster erschien. Ein hageres Gesicht mit einem ergrauten, struppigen Bart, einem goldumränderten Kneifer vor den kurzsichtigen Augen.

Wegner kannte Bürovorsteher Adam gut. Solange er zurück­denken konnte, saß Adam hier auf diesem Posten; sie hatten oft zusammen geplaudert. Und jetzt läßt er mich nicht einmal her­einkommen, dachte Wegner. Er sieht mich so gleichgültig an, als sei ich ein Fremder...

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