Die Tür ging auf. Eine kleine dicke Frau stand vor Puschke, sah ihn fragend an.
,, Ich möchte Herrn Baumann sprechen", sagte Puschke.
Die Frau antwortete nicht, musterte ihn nur mißtrauisch. Deshalb setzte Puschke hinzu: ,, Herr Baumann ist mein Freund mein Name ist Puschke."
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,, Ach, Sie sind Herr Puschke! Das freut mich aber! Herr Baumann hat mir viel von Ihnen erzählt. Sie sind auch Wachtmeister, auf demselben Revier, nicht wahr?" Frau Schusters volles, rotes Gesicht lächelte freundlich: ,, Bitte, kommen Sie herein!"
Im Korridor ging sie vor Puschke her und sagte erklärend: ,, Ich bin Frau Schuster, die Wirtin von Herrn Baumann."
Sie kamen in ein großes Zimmer. Frau Schuster schob Puschke einen Stuhl zu. ,, Bitte, nehmen Sie Platz", sagte sie liebenswürdig. Sie war aufgeregt; endlich kam jemand und ein guter Freund Baumanns dazu, dem sie ihr Herz ausschütten konnte.
Puschke setzte sich. Er fühlte sich von dem Wortschwall der Frau überrumpelt. Er sah sich prüfend im Zimmer um: das rote Plüschsofa, die vielen Nippessachen auf den Paneelbrettern, der große Spiegelschrank- das ist bestimmt nicht Baumanns Zimmer, dachte er. Er sagte: ,, Ich will ihn abholen. Wir wollen nämlich heute abend ausgehen."
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Frau Schuster war vor ihm stehengeblieben. ,, Wie nett von Ihnen! Herr Baumann hat es auch sehr nötig, daß sich seine Freunde um ihn kümmern... Wissen Sie, ich kenne ihn doch nun ziemlich genau, er wohnt ja schon viele Jahre bei mir und hat es bei mir immer sehr gut gehabt; ich sorge für ihn, als wäre er mein eigener Sohn..." Frau Schuster holte tief Luft. ,, Ich bin Witwe, habe keine Kinder, und mein Mann war doch auch Be
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