schrille Ton zu ihm herüber: Kling... kling... kling... Wieder jemand, der passieren darf, wieder jemand, dessen Ar- beitstag beginnt, wieder jemand...
Wegner folgte den Arbeitern mit den Augen, bis sie am Rande der Werkstraße verschwanden. Er drehte den Kopf. Eine Stra- ßenbahn fuhr dumpf rollend über die Flußbrücke, hinter ihr, noch auf dem anderen Ufer, kam eine andere. Wegner sah nach der elektrischen Uhr am Werkeingang. Sechs Uhr zweiund- zwanzig Minuten.
Jetzt mußten sie kommen!
Mit hastenden Schritten strebten die Arbeiter dem Werkein- gang zu. Wegners Augen suchten. Er spürte wieder ganz stark, daß er eigentlich nur das eine Gesicht suchte: Pölkes Gesicht!
Jetzt waren die ersten heran, gingen an ihm vorbei. Meister Seidel, der Meister der Färberei! Wegner gab es einen Stich. Seidel fing seinen Blick auf, drehte sofort den Kopf zur Seite. Eine eindeutige Geste. Wie der Tremke...
„Guten Morgen, Meister Wegner!“ Und nochmals:„’n Mor- gen...“ Und wieder:„’n Morgen...“ Wegner wurde es heiß vor Freude, wie ein innerer Wirbel war diese Freude, er konnte kein Wort herausbringen, sah die Grüßenden nur dankbar an, mit einem fast ungläubigen Lächeln. Dann waren sie auch schon vorbei. Der eine war Mielke, ein Arbeiter aus meiner Abteilung. Der Mielke! Die andern beiden kenne ich gar nicht, aber sie grüßen mich! Und dort kommt Zachanowski, einer der Betriebs- ingenieure. Wie der mich ansieht, verächtlich die Mundwinkel verzieht, sein ganzes Gesicht eisige Ablehnung. Der auch!...
An der Haltestelle stauten sich jetzt Straßenbahnen. In langem Zug kamen Arbeiter die Straße zwischen den links und rechts liegenden Fabriken herab, ihr Zug zog sich auseinander und ein
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