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Der Wirt sah zu der Konditorei links von dem Geschäftshaus hinüber.— Bäcker hätte man werden sollen! Essen müssen die Leute immer. Bei Möllers gibt einer dem anderen die Klinke in die Hand. Der Mann wird jeden Tag dicker. Der macht sein Geschäft.
Plötzlich stand der Wirt auf, starrte durch die Fensterscheibe und rief laut:„Minna! Minna! Komm doch mal her!— Schnell! Minna,— Minna!“ z
Seine Frau kam aus der Küche gelaufen, wollte fragen, was los sei, warum er denn so schreie. Sie kam nicht dazu. Ihr Mann stand hinter der Ladentür, winkte ihr, zischte ihr erregt zu:„Sieh dir das an! Polizei!— Bei Möllers drüben!“ Sie steckten die Köpfe
zusammen, sahen angestrengt durch den Spalt der Türgardine.
Die gesamte Grünstraße war aufmerksam geworden. Vor den Haustüren standen Frauen und flüsterten, der alte Lehmann sah scheu aus seinem Laden, aus den Fenstern des großen Geschäfts- hauses sahen Angestellte, auf dem Bürgersteig drüben standen neugierige Kinder.
Vor der Konditorei Möller hielten zwei offene Autos. Ein Schupo stand breitbeinig vor der Ladentür. Mehrere Männer in Zivil und zwei Schupos waren in die Konditorei gegangen.
„Schupos— und soviel in Zivil!“ flüsterte der Wirt seiner Frau zu.„Da muß ja allerhand los sein!“
Eva bediente eine Kundin, noch ein anderer Kunde, ein junger Mann, war im Laden. Alle sahen verwundert zur Straße, als die Autos vorfuhren.
Der junge Mann ging zur Schaufensterscheibe:„Da scheint ja
wieder etwas...“, sagte er. Weiter kam er nicht. Die Ladentür
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