Druckschrift 
Sache Baumann und andere : Roman / Jan Petersen
Entstehung
Seite
22
Einzelbild herunterladen

sten Männer, dachte sie. Reden, reden, von sich und ihren großen Taten... Sie musterte Baumann verstohlen. Was der nun schon Besonderes vorstellt! Wenn ich mir die kurze stumpfe Nase an­sehe und die Finger, so dick und klobig. Schlechte Zähne hat er auch. Das schwarze Haar sieht vor Pomade wie angeklatscht aus. Überhaupt: alles Forsche und Schneidige an ihm ist weg ohne Uniform. In dem Anzug sieht er wie ein verunglückter Tanz­jüngling aus...

Baumann merkte plötzlich, daß Eva die Gäste im Restaurant, die draußen vorbeifahrenden Boote beobachtete.

,, Man muß nicht immer reden", sagte er wie entschuldigend, ,, es ist ja auch zu schön hier draußen."

,, Es plaudert sich hier aber besonders gut", sagte Eva, um nicht unfreundlich zu sein.

Habe ich mich doch getäuscht, freute sich Baumann. ,, Macht Ihnen Ihre Arbeit bei Möllers Freude?" begann er wieder. ,, Sie lernen im Geschäft viele Menschen kennen, das weitet doch den Blick."

,, Ja, ich bin gern dort, Möllers sind sehr nett zu mir", er­widerte Eva.

Baumann rückte seinen Stuhl näher zu ihr. Er sagte verhalten: ,, Für eine Frau ist doch aber der Beruf letzten Endes nur ein Übergang, sie ist schließlich zu etwas anderem bestimmt..." Er wurde unsicher, als Eva nicht antwortete. ,, Sehen Sie, mal wird eine Frau...", er zögerte wieder, ,,... ich zum Beispiel habe es längst satt, immer möbliert zu wohnen. Man will doch mal sein eigenes, gemütliches Nest einrichten."

Baumann wartete begierig auf eine Antwort, sah Eva groß an. Eva sagte zögernd: Ja, natürlich. Wir wollen uns alle mal eine eigene Wohnung einrichten."

22