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Sache Baumann und andere : Roman / Jan Petersen
Entstehung
Seite
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schönheiten angeheftet. Der würde Augen machen! Ist ja ein feiner Kerl, eigentlich mein bester Kamerad. Damals in der Falschmünzerwerkstatt hat er mir vielleicht das Leben gerettet, als einer der Burschen-.

,, Wohin gehen wir eigentlich?" unterbrach Eva seine Gedan­ken. Auch ein Kavalier, stumm wie ein Fisch, dachte sie.

Baumann lächelte sie an und begann hastig: Ich wollte vor­schlagen, an die Havel zu fahren. Dort setzen wir uns in ein nettes Gartencafé. Es ist doch herrliches Wetter. Das kann sehr schön sein. Wenn die Sonne untergeht, und auf dem Wasser schwimmen Ruderboote und weiße Segel... Die Hitze ist auch nicht so drückend am Wasser."

Eva sagte: ,, Ist das nicht ein bißchen weit?"

,, Aber wir sind doch schnell draußen", sagte Baumann weich. ,, Die frische Luft wird Ihnen gut tun, wenn Sie den ganzen Tag im Laden..."; er verbesserte sich, in geschlossenen Räumen zubringen müssen."

,, Sie haben recht", lächelte Eva.

,,...

Die Straßenbahn war überfüllt. Wenn der Schaffner sich nach vorn zur Wagentür drängte, berührte Baumann Evas Knie, und eine Hitzewelle schoß jedesmal in ihm hoch.

Als sie dann über die große Havelbrücke gingen, wurde Bau­mann lebhaft: ,, Sehen Sie nur! Ein richtiger Sommerabend auf dem Wasser. Die Boote, die hellen Segel, der Dampfer dort..." Er hielt das Brückengeländer mit beiden Händen umfaßt, sah auf die große Bucht hinunter, auf die Havel, die sich in der Ferne als breites, glitzerndes Band verlor. Über den bewaldeten Ufern lag bereits leichte Dämmerung, auf dem linken Flußufer flamm­ten die Kiefern rot auf. In den Fensterscheiben der Villen glühte die Abendsonne wie Rubin .

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