„Mutter Deutschland!
Die du getragen mich im Mutterschoße,
aus deren Herzen floß mein warmes Blut,
die mir bestimmt des Lebens Schicksalslose, an deren treuer Brust ich froh geruht,
dir, Mutter, bleib’ ich wandellos verbunden, wohin auch dunkle Sphinx mich führen mag. Ich teile deinen Stolz und deine Wunden, ich halt’ zu dir, auch an dem schwarzen Tag. Du bist’s, mein Volk, dir hab’ ich zugeschworen des Herzens Dienst und opfertreue Tat.
Heil dem, der dich vor allen auserkoren, dich, heil’ges deutsches Volk, zur Mutter hat!“
In anderen Tagen und Stunden packt ihn auch wieder der Zorn, und sein altes Temperament sprüht die aufwallenden Gedanken in die folgenden Verse:
„Wo sich der Hochmut bläht und geile Macht sich brüstet,
da kocht mein Blut, es drängt die Hand zum Schwert:
jedrängtem Recht des Ritters Schutz zu leih’n gelüstet
mich mehr als weicher Pfühl am warmen Herd.
Nie möcht’ ich feige sein! Mein Zorn soll stets entbrennen vor Trug und Bosheit, Niedertracht, Gewalt!
Doch— ist’s in Deinem Geist? Laß mich mein Herz erkennen, und irrt’s vor Dir, gebiete Du ihm Halt!
Ich weiß darum, wie ungeläutert Triebe sehren
den heil’gen Zorn und ritterlichen Drang,
wie schlimmer Rache Geister edeln Sinn verzehren— mir ist um meinen Christennamen bang!
Im Schweigen Unrecht tragen, dieser Kunst ein Meister wie Du ach, wär ich’s, Herr! ich bin es nicht!
In Liebesüberschwang besiegen böse Geister,
fürwahr, das war Dein göttliches Gericht!
Wie groß, der Tücke und Gemeinheit zu begegnen
in sühnender Geduld und kreuzbereit!
Nur Heilandsgeist vermag in Unbill noch zu segnen, befriedet, ohne Groll und Bitterkeit....
O Herr, Du mußt mein ungebärdig Herze wandeln!
In Deines Herzens Gluten brenn’ es rein!
Laß mir den kühnen Mut, doch laß mein täglich Handeln
ein Taterweis des Christengeistes sein!“


