Dann berichtet er:
,, Als ich am Abend in meine Zelle kam, habe ich mich niedergekniet und Gott gedankt, daß er mich so in die Jüngerschaft Christi hineingezogen hat, und Ihn gebeten, mir das starke Herz bis zuletzt zu bewahren. Ich konnte mich auch ruhig niederlegen. Aber die sehr beengenden Fesseln, die ich auch des Nachts tragen mußte, im Zusammenhang mit der geistigen Überanstrengung des Tages, brachten mir schließlich solche Herzbeschwerden, daß ich läuten mußte, um mir für kurze Zeit die Fesseln abnehmen zu lassen. Die Beamten, die durchweg ihr Mitgefühl mit mir spüren ließen, waren so rücksichtsvoll, dem Rechnung zu tragen, so daß ich dann mehr oder minder ruhig schlafen konnte."
Und bei einem Besuch der Schwester Judith Maria antwortete er ihr auf die Frage, was er den Tag über tun dürfe:
,, Für uns( bei Tag und Nacht Gefesselte) hat man keine Arbeit mehr. Wir haben nur zu sterben. Aber ich bete und singe unsere alten, schönen Kirchen- und Jugendlieder, betrachte, lese und schreibe das Wenige, das man uns zugesteht. Ganz besonders angetan haben es mir die beiden Lieder ,, Mitten in dem Leben sind wir vom Tod umfangen" und ,, Was Gott tut, das ist wohlgetan". Singt sie doch täglich mit mir! Und wenn der Tod das Tor zum Leben aufstößt, warum soll ich mich da nicht freuen? Er macht es doch nur schneller auf, als es sonst geschehen wäre. Ach, wie lernt man hier das Leben neu sehen! Darum seid nicht traurig! Ich werde bald beim Herrn sein, nach dem ich von Jugend an verlangt. Wer freut sich nicht, wenn er nach langer, mühevoller Reise heimkommt? Darum freut Euch mit mir und danket Gott , daß Er mich für seine große Sache sterben läßt, damit sie nachher desto besser wachse und gedeihe!" Einige Tage nachher berichtet er:
,, Ich bin jetzt in einer Gemeinschaftszelle. So gemischt das Publikum ist, so ist doch ordentliche Gemeinschaft. Man hat wenigstens die Möglichkeit einer Ablenkung. Freilich kostet es für einen Menschen, der zum erstenmal im Leben so mit andern zusammen ist, allerhand. Aber ich finde auch darin Sinn. Ich habe in diesen Tagen viel über den Heiligen Geist betrachtet. Pneuma nennt ihn die Schrift, das heißt eigentlich Hauch, Odem, auch Wind. Es ist der warme Lebensodem, der aus dem Innersten Gottes kommt. Man kann dafür auch sagen: Die strömende Liebe Gottes. Dieser Lebenshauch Gottes erfüllt das All, wie der Apostel sagt:„, In ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir." Durch ihn werden wir auch untereinander verbunden.... Es war mir anfangs schwer, so die Luft der gemischten Gemeinschaft, besonders den Rauch, zu atmen, aber es ist mir zum Bewußtsein gekommen, daß auch gerade das etwas von der Liebesgemeinschaft ist, die wir doch von Christus her anstre154
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