Garten, auf dessen Bäumen Gottes Singvögel mir im Lobe Gottes Gesell- schaft leisten. Ihr könnt Euch denken, daß ich das tägliche heilige Opfer sehr entbehre; und doch kann ich wieder sagen, daß ich in der täglichen stillen Feier der memoria passionis Jesu Christi , wie ich sie Euch gelehrt, für meine Seele alles fand, was sie brauchte, Mehr eigentlich, ja richtig schmerzhaft entbehrte ich das Gotteswort der Schrift.... Was mich in diesen Tagen trotz aller fühlbaren Anfechtung des Herzens innerlich froh macht, das ist in dem einen Wort:„Abba‘“— guter Vater— enthalten. Das Wort hat es mir immer schon angetan. Es besteht nur aus den zwei ersten Buchstaben des Alphabetes, wie um auszudrücken, daß es hier um
die elementarsten Dinge geht. Es sind ja die natürlichen Laute, die ein Kind natürlicherweise zuerst stammelt. Das Wort liest sich von hinten
und vorn gleich, und vor allem der Herr hat es gebraucht, wenn er in geheimnisvoller Weise mit dem ewigen Vater unter dem nächtlichen Ster- nenhimmel sprach..... Ein unsagbarer Trost liegt in dem Glauben an diesen Vater in so schweren Stunden der Prüfung, wie ich sie jetzt durch- lebe. Was haben die Kinder eines solchen Vaters zu fürchten? Nichts kann geschehen, was uns nicht zum Segen würde, wenn wir es aus des Vaters Hand entgegennehmen. So bete ich auch, ich unwürdiger Knecht, mit dem Herrn tapferen Herzens:, Vater, wenn es mög lich ist...aber nicht mein, Dein Wille geschehe!“ Ich habe Ihm, dem Vater, ja mein Leben angeboten für den Frieden der Welt und die Einheit der Kirche Christi. Ich wäre glücklich, wenn ich durch die Hingabe meines Lebens dem wirksam dienen dürfte, was mein Leben ohne
sichtbaren Erfolg anstrebte.“
Aus diesem vollen Herzen schrieb er, mit gefesselten Händen, folgenden Hymnus an den Vater im Himmel, der es verdient, einmal eines der be-
liebtesten Kirchenlieder aller Konfessionen zu werden:
In Deinen guten Händen Dem Vater blind vertrauen
ruht meines Lebens Los, will ich, sein gläubig Kind.
Die Todesdrangsal wenden Auf wen sollt’ ich sonst bauen,
mag Deine Allmacht bloß. wo allum Feinde sind?
So ruf’ aus Herzensgrunde O treue Vaterliebe,
zu Dir ich, starker Gott! halt über mich die Hand!
Mach, Herr, mein’ Seel’ gesunde! Ja, ohne Dich verbliebe
Errett’ mich vor dem Tod! mir keiner Hoffnung Pfand. Kyrie eleison! Kyrie eleison!


