meinschaft des heiligen Sakramentes der Einheit und des Friedens pfle- gen darf. Es war mein ganzer Lebensinhalt, für die Reinheit, Heiligkeit und Einheit der Braut Christi zu wirken. Nichts könnte meinem Leben einen sinnvolleren Abschluß geben, als wenn ich für den Frieden Christi im Reiche Christi mein Leben hingeben dürfte.“
Der Herr hat sein Opfer angenommen, und zwar auf dem Umweg über die Politik. Seit seinen Erlebnissen als Feldgeistlicher im ersten Weltkrieg war er leidenschaftlicher Pazifist. Schon 1917 hatte er mit einigen Freun- den einen„Weltfriedensbund vom Weißen Kreuz“ und später mit Pater Stratmann O.P. den„‚Friedensbund deutscher Katholiken“ gegründet, der ihn den Braunen von vornherein verdächtig machte. Im Jahre 1942, da ihm eine vernichtende Niederlage der deutschen Waffen sicher schien, entschloß er sich, auf eigene Verantwortung einen Schritt für den Frieden zu tun, der, wie er meinte,„vielleicht noch zum Ziele führen könnte“. Der evange- lische Bischof Eidem von Upsala war ihm seit Jahren bekannt und ver- traut. Durch ihn hoffte er an die englischen und amerikanischen Bischöfe heranzukommen, um durch diese die Regierungen zu einem baldigen Ver- ständigungsfrieden zu bewegen. In einem Memorandum legte er ihm das „andere Deutschland “ mit seinem Friedenswillen dar und machte konkrete Vorschläge, wie dieser Krieg schnell und mit Anstand beendigt und ein dauernder Friede gesichert werden könne.
Die Freunde warnten eindringlich davor, weil der Schritt für ihn persön- lich die äußerste Lebensgefahr heraufbeschwöre und weil er sachlich von beiden Seiten aussichtslos sei. Allein Dr. Metzger erwiderte blitzenden Auges und mit bebender Stimme:
„Aber wozu habe ich die weiten Verbindungen mit den einflußreichsten Kirchenmännern des Auslandes, wenn ich sie. in der höchsten Notzeit meines Volkes nicht einsetzen soll? Da müssen alle Mann an die morali- sche Front, auch wenn sie damit ihr Leben einsetzen. Erst mit diesem letzten Mut werden sie gerade als Christen und Priester über den Tod hinaus glaubwürdig, und am Ende wird das Opfer des Lebens vor Gott auch fruchtbar für das ganze Volk. Mein Gewissen drängt mich— ich spüre den Schlag des Herzens— das letzte Mögliche zu versuchen, hof- fend gegen die Hoffnung, wie es der Christ immer tun muß.“
Der Brief fiel der Gestapo in die Hände, die den Unerwünschten bereits seit Jahren durch eine angebliche schwedische Konvertitin hatte bespitzeln lassen. Am 29. Juni 1943, an seinem Namenstag, wurde Bruder Paulus, wie Dr. Metzger in seiner Christkönigsgesellschaft hieß, festgenommen und in das gefürchtete Gefängnis in der Prinz-Albrecht-Straße ‚gebracht. Aus ihm schrieb er nach vier Wochen unter anderem:
„Nun bin ich einen Monat in Haft und habe keine Aussicht, sobald wieder
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