zu Euch zu kommen. Ich trage mein Schicksal gefaßt und froh im Bewußt- sein, Volk und Vaterland damit gemäß meinem Gewissen gedient zu ha- ben. Alles andere steht bei Gott . Er wird alles recht fügen. Seid nur unbe- sorgt! Wenn auch der Himmel mit Wolken verhängt ist, die Sonne geht wieder auf zu ihrer Zeit.— Deus providebit—. Wir stehen mit unserem Volke alle in schwerer Prüfung und können nur beten, daß wir sie ın
Tapferkeit des Herzens und in frohem Gottvertrauen bestehen.“—
„Es tut mir leid, daß ich Euch Not und Sorge bereitet habe(so schreibt er an die Schwestern seiner Genossenschaft), aber ich tröste mich damit, daß ich nach bestem Gewissen meinem Volk und Vaterland zu dienen gesucht habe. Spätere Zeiten werden mich besser verstehen. Es kann aber niemand
“
seinen Auftrag verleugnen... „Heute muß ich Euch sagen: Der Aufenthalt in einem großen Gemein- schaftsraum ist nicht dazu angetan, einen zu rechter Stille und Sammlung kommen zu lassen; auch die Konzentration geistiger Art fällt schwer. Aber die Zerstreuung dieses Gemeinschaftslebens hat doch auch wieder das Gute, daß man leichter die lange Zeit überwindet. Langeweile ist mir ja immer fremd gewesen, aber für ernste Arbeit braucht man eben doch eine ge- wisse Einsamkeit und Stille, und da muß man sich halt zu schicken wis- sen. Im ganzen kann ich gottlob nur sagen, daß es mir auch innerlich gut geht— wenn auch nicht himmelhoch jauchzend, so doch still gefaßt und zufrieden. Es fehlt mir nur die liebe Freiheit, und auch dafür muß ich, wie es in der heiligen Messe heißt, semper et ubique gratias agere (immer und überall Dank sagen). So bete ich täglich und feiere in Ge- danken Eucharistie mit Euch allen.“
Immer wieder betont er, daß er sich wie der Apostel in alles zu schicken gelernt habe und darum immer wieder Gott für seine Gefangenschaft von
Herzen danke. Aber in der Gemeinschaft sind ihm besonders sorgenvolle-
Gedanken über die Zukunft seiner Kirche gekommen:
„Noch nie im Leben habe ich es so empfunden wie hier, wie vereinsamt wir gläubige Christen doch eigentlich in dieser„Welt“ stehen. Wenn ich an meine Umgebung denke, dann möchte ich mir vorkommen wie ein welt- ferner Idealist und Träumer, der in einer anderen Welt lebt. Es ist gut so, daß man diese wirkliche„Welt“ erlebt und sich nicht verkapselt in einem Isolierraum— unsere Gemeinschaft könnte einem als solcher vor- kommen im Vergleich mit der Umgebung, in der ich lebe— erst in sol- cher Bewährung erweist sich der Glaube als Gnade, die von Gott geschenkt ist zur Bewährung. Wenn ich von meiner Umwelt spreche, so denke ich dabei nicht einmal zuerst an den Vorsitzenden des deutschen Freidenker- verbandes, der bis vor ein paar Tagen mein Bettnachbar war. Trotz der weltanschaulichen Kluft, die uns trennte, standen wir uns doch in gegen-
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