noch faßbaren Glaubensmut den Peinigern seiner Lagerkameraden die Sünden vorhalten.
Ein besonderes Anliegen ist ihm auch die Bedrängnis der Bekennenden Kirche , deren Verfolgung er wie am eigenen Leib, so auch tief in seiner Seele mitleidet. Aber er nimmt an ihrer nackten Not keinen Anstoß; im Vertrauen auf Christi Verheißung sieht er sie durch die Erniedrigung hindurch zum Siege schreiten. Der von Sturm und Winter kahl gewordene Kastanienbaum, in dessen Krone hinein ihm das kleine Fenster des Ko blenzer Gefängnisses einen dürftigen Blick gewährt, ist ihm Symbol und Ankündigung hierfür. Im Brief vom 18. Oktober 1937 an seine Frau stehen die Worte:
,, So kommt der Herbst- und Wintersturm auch über die Kirche der Christenheit, und es wird sich zeigen, was nur Blätter gewesen sind und was kernig und holzig ein Stück des Baumes selber geworden ist, der zwar die Welt erfüllt nach Jesu schönem Gleichnis, aber doch auch so nackt und kahl geschlagen werden kann wie ein Baum im Winter. Möchten wir uns dann nicht ärgern an dem traurigen und störrischen Geäst, das doch für den Sehenden und Freund auch seine Schönheit hat."
Und in der Hoffnung auf die Auferstehung Jesu Christi von den Toten schreibt er im November desselben Jahres aus dem Kerker nach Hause: ,, Sollte diese Hoffnung nicht Lebens- und Triebkraft haben können für alle, die ihr nicht mit letztem Unglauben und Verstockung abgesagt? Sollte Gott nicht seine Kirche, die er aus ihrer Weltseligkeit aufrüttelt, aus dieser Hoffnung schön erneuern in dieser gefährlichen Zeit? Wieder predigt mir der Kastanienbaum und streckt mir nun von seinen kahlen schwarzen Zweigen so verheißungsvoll die braunen kleinen Knospen für nächstes Frühjahr entgegen. Man sieht sie nahe vor dem Fenster und sieht sie auch in den obersten Zweigen. Sie waren schon da, als das gelbe, fallende Laub sie noch verhüllte. Sollten wir im Undank und Kleinglauben unter den fallenden, welkenden Blättern der Kirche die auch hier vorhandenen, fest an Stamm und Zweige gewachsenen Knospen übersehen wollen? Die Bekennende Kirche , die es wahrhaft ist, ist der Baum mit den Knospen, die heimlichen Gemeinden in den Gemeinden sind die Knospen der Kirche. Da, wo man bereit ist, auf Pfarrstellen zu gehen, die keine Pfarrstellen" mehr sind, die auch ohne gesicherte ,, staatsfreie Position" sind, weil eine solche ,, Position" kein Glaubensposten mehr wäre, da, wo alle kirchenpolitischen Erwägungen und Überlegungen aufhören, da sieht schon jetzt das geistliche Auge die kommende Kirche und ihren Frühling. Die Welt freilich und der ungeistige Kirchenmann sehen den kahlen Baum, seiner Kulturbedeutung, seiner Öffentlichkeitsbedeutung beraubt, und urteilen, daß es bald aus mit ihm sei und er nur noch zu Brenn
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