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Sieger in Fesseln : Christuszeugnisse aus Lagern und Gefängnissen / herausgegeben von Konrad Hofmann, Reinhold Schneider, Erik Wolf
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für Euch. Während des Angriffes habe ich meine heißesten Gebete für Euch verrichtet. Jeden Abend die Frage: Werden sie heute nacht kommen? Trotz der vermehrten Gefahren bin ich noch ruhiger geworden... Jetzt lese ich in der lateinischen Nachfolge und in Guardini , Der Herr. Ich habe sehr viel Gelegenheit, mich auf Weihnachten gut vorzubereiten: Hunger, Kälte, tägliche Todesgefahr. Ich hoffe zuversichtlich, daß Gott uns barmherzig sein wird. Ich hoffe, daß ich Dich recht bald sehen und sprechen kann. Sonntag war ich der ununterbrochene Anbeter beim ewigen Gebet in Greifswald . Wie mag die Beteiligung gewesen sein? Besonders bete ich für die Kinder. Was mag uns noch alles bevorstehen? Manchmal meine ich, und dann muß ich doch weiter. Ich umarme Dich ich könnte nicht mehr, und danke Dir aus tiefstem Herzen für Deine Liebe und Treue, trage Dich als den einzig geliebten Menschen in meinem Herzen.

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Berlin- Tegel , 23. Dezember 1943

... Ich bin in großer Sorge, wie Du den heiligen Abend verleben wirst. 1897 verloren wir Weihnachten den Vater, vor zwei Jahren rief Gott gerade zu Weihnachten unsere geliebte Mutter heim. In diesem Jahre ist Dir der Bruder genommen, der auf Erden unter allen Menschen nur Dich geliebt hat und jetzt hoch verehrt. Bei mir ist der Rahmen des Festes klar umgrenzt: die Kerkerzelle. So arm wie in diesem Jahr habe ich noch nie an der Krippe gekniet. Mir ist alles abgesprochen: mein Heim, meine Ehre, mein Leben. So will ich an der Krippe dessen knien, der nicht hatte, wo­hin er sein Haupt legen konnte, der als Freund seines Volkes zum Tode verurteilt wurde, der sein Blut als Trankopfer ausgoß für das Heil seines Volkes und der ganzen Welt.

Als Gabe trage ich zur Krippe: Hunger und Kälte, Einsamkeit und Ver­lassenheit. Mein einziger Schmuck sind die blanken Fesseln. So will ich mein Leben, das im Dienste des Weihnachtskönigs stand, ihm geben, der mich mit seinem kostbaren Blut erlöst hat. Mit reichen Tränen der Reue will ich abwaschen, was Schuld und Sünde in mir geworden ist. In sol­cher Gesinnung pilgere ich zur Krippe. Ich hoffe, mit der Gnade Weihnachten so tief im Herzen und im Geist zu feiern, wie nie zuvor im Leben. Kein Geschenk und kein Festbissen wird mich ablenken, keine Kerze wird leuch­ten, keine Tanne duften; nicht einmal die heilige Messe ist mir vergönnt. Aber das Jesuskind in der Eucharistie wird als herrliche Weihnachtswirk­lichkeit mich mit dem ewigen Licht durchleuchten, mit der Wärme erbar­mender Liebe erfüllen. Ich werde das Brevier beten, so langsam und innig, daß ich die Süßigkeit jedes Wortes schmecke; das primo tempore werde ich leise singen. Viel werde ich Rosenkranz beten und in der Heiligen

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