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Sieger in Fesseln : Christuszeugnisse aus Lagern und Gefängnissen / herausgegeben von Konrad Hofmann, Reinhold Schneider, Erik Wolf
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wird, weiß ich nicht, aber daß er mir hilft, glaube ich fest, Lies Hebr. 11, 12) Meine Devise ist Röm. 12, 123). Ich weiß mich geborgen in Gottes Güte; aber deswegen bleibt mir manche trübe Stunde nicht erspart. Apok. 3, 19) und 2, 105), Röm. 8, 35%) und 2. Kor. 7, 107). Wie oft habe ich all diese Schriftworte gelesen, und jetzt erst in der Dunkelheit des eigenen Lebens leuchten sie wie Sterne... Wenn Gott in seiner Barmherzig­keit mich wieder an den Altar treten läßt, dann hoffe ich, es zu tun als Priester, der vom Ölberg kommt und vom Mysterium der Sünde, aber auch vom Geheimnis der Erlösung und Gnade wissend geworden ist. Nur in der Schule des Kreuzes, erfahren im selbst durchlittenen Leid und nur in der Übung heißen Gebetes wird die Erkenntnis Christi gewonnen, die kein Studium erschließt. Heute bin ich so weit, Gott aufrichtig und heiß zu danken für die Gnade dieser Leidenszeit, wenngleich ich bitte, daß sie abgekürzt wird. Seit Ende Juli kein Sakrament mehr! Gott tröstet oft so wunderbar und gerade dann, wenn man es gar nicht erwartet. Die Nach­folge Christi lateinisch hätte ich sehr gern...

Berlin- Tegel , 1. Dezember 1943

Was ich in der letzten Woche durchlebte, läßt sich kaum in Worte fassen. Die Angriffe waren so nah und schlimm, daß ich in jeder der ersten Nächte glaubte, Dich nicht wiederzusehen. Seit 22. November ist keine Scheibe in meiner Zelle mehr ganz. Gottlob habe ich den warmen Mantel hier. Eine Garnitur Wäsche ist verbrannt. Glassplitter im Gesicht, aber nichts pas­siert. Donnerstag nach Tegel übergesiedelt. Donnerstag auf Freitag der furchtbare Angriff auf Tegel . Wieder Scheiben zertrümmert. Die Zellen bleiben verschlossen. Im Gottvertrauen habe ich die Ruhe des Herzens be­wahrt und die Kraft des Geistes aktiviert. Was mich mit großer Sorge er­füllt: Lebst Du? Bist Du gleich Montag nach Hause gefahren? Der Ver­teidiger war immer noch nicht bei mir. So sitze ich in einer qualvollen Ungewißheit. Aber ich habe das Vertrauen, daß Gott , der mich so wun­derbar behütet hat, Euch alle in seiner Hand hält. Ich bete ja stündlich 2) ,, Der Glaube ist die Grundlage von dem, was man erhofft, ein Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht."

3) ,, Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Trübsal, beharrlich im Gebet!" 4) ,, Ich strafe und züchtige alle, die ich liebe. So sei denn eifrig und ändere deinen Sinn!" 5) ,, Hab keine Furcht vor dem was du noch leiden mußt! Sieh, der Teufel wird manche unter euch ins Gefängnis bringen, daß ihr geprüft werdet; ihr werdet Trübsal haben zehn Tage lang. Doch sei getreu bis in den Tod, dann will ich dir den Kranz des Lebens geben."

Lebens geben."

6) ,, Wer wird uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal, Bedrängnis und Verfolgung, Hunger oder Blöße oder Todesgefahr oder Schwert?"

7) ,, Bewirkt doch die gottgefällige Betrübnis Reue, die heilsam ist und darum nicht bereut wird; die Betrübnis der Welt aber bewirkt den Tod."

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