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Sieger in Fesseln : Christuszeugnisse aus Lagern und Gefängnissen / herausgegeben von Konrad Hofmann, Reinhold Schneider, Erik Wolf
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Gollnow, 15. August 1943

... Ich empfinde diese grenzenlose Einsamkeit sehr schmerzlich. Ich darf nur einmal im Monat Dir schreiben, aber Ihr dürft doch öfter schreiben. Wie geht es Dir, innigstgeliebte Schwester? Ich bin so viel bei Dir und möchte Dir so gern helfen und kann doch nichts tun in meiner großen Not. Wegen meiner Gesundheit kannst Du unbesorgt sein. Ich esse alles und soviel ich nur bekommen kann. Das Seelische ist viel schwerer zu ertragen als das Körperliche. Wir müssen jetzt auch in Gefangenenkleidung gehen. Von Berlin habe ich auf meinen Brief auch keine Zeile erhalten. Was bin ich für andere in Not gelaufen! Es bleibt wirklich nur noch Gott und das Gebet. So ist mein ganzer Tag ausgefüllt mit Brevier, Rosenkranz und sehr schweren Stoßgebeten und stillem Denken an Dich. Bis zum Termin muß man mit 10 bis 12 Wochen rechnen....

Nun, liebste Maria, tröste mich mit Deiner Liebe, Deinem Gebet, Besuch und Brief! Täglich kommt mir immer mehr zum Bewußtsein, wie ungeübt im Leiden ich bin und wie groß Du vor mir stehst. Denke nicht, ich lasse mich gehen! Aber glaube es: diese 50 Tage sind eine harte Schule und dann erst der Anfang.

Stettin , 19. September 1943

Gesundheitlich geht es mir gut. Seelisch bin ich oft deprimiert. Der Tag ist ausgefüllt mit heißen Bittgebeten und ,, es geschehe Dein Wille!" Es wechseln Hoffnung und Ängste. Ich bin vollkommen isoliert. Deine Zei­len und Schwester Amatas sind das einzige, was ich höre.... Seit August keine heilige Messe, kein Sakrament, kein Priester! Was mir den meisten Trost bringt, ist, wenn Deine große Liebe im Brief zu mir kommt. Wie lange noch? Ach, liebste Maria, wenn ich Dir doch sagen könnte, wie lieb ich Dich habe und wie ich in Zukunft außer im heiligen Beruf nur für Dich und nur mit Dir leben möchte! Ich bin so froh, daß die Exerzitien Dich stark und froh gemacht haben. Mich trägt nur noch das Gebet, besonders der Rosenkranz....

Stettin , 17. Oktober 1943

... In letzter Zeit bin ich viel ruhiger geworden. Ich habe mein Schicksal ganz und restlos in Gottes. Hand gelegt. Zwar hatte ich das von An­fang an getan, aber erst in der Schule des Kreuzes gewann ich die Gnade, es nicht nur mit einem betenden Wort, sondern mit dem vollen Einsatz der persönlichen Existenz zu tun. Mein ganzer Tag ist Gebet: Rosen­kränze, Kreuzweg, Litanei. Dann lese ich Heilige Schrift. Mark. 11, 24 ¹) ist für mich die Quelle unerschütterlichen Vertrauens. Wie Gott helfen 1) ,, Um was immer ihr im Gebete bittet, glaubt nur, daß ihr es schon besitzet; dann wird es euch zuteil werden."

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