nicht entziehen kann. Aber der Martyrer konnte anders! Er geht mit freier Entscheidung in den harten Tod, er weiß, daß seine Predigt, seine Lehre, sein Verhalten, sein offenes Bekenntnis zu Christus ihm das Leben kostet, und trotzdem setzt er die Tat, im vollen Bewußtsein der Tragweite seines Handelns. Gewiß nicht ohne Bangen und Hangen, ohne den Reiz der Welt und des Lebens zu verspüren, ohne die Versuchung, irgendwie sein Leben zu retten. Aber er ringt sich durch, und während rechts und links die Feigen sich ducken und fallen, bleibt er fest wie ein Fels. Er gehört zu den Gesiebten, die die Probe des Satans bestanden haben. Der Kranke kann nicht anders, er muß seine Schmerzen aushalten. Aber Martyrer sein, heißt, sich selbst in den Glutofen des Leidens stürzen, den Sturm kommen fühlen und ihn über sich ergehen lassen als Ruf der Pflicht, um Christi willen und zur Ehre seiner heiligen Kirche. Und noch ein Zweites! Das Martyrium ist uns groß, weil es ein öffentlich schmachvolles Sterben ist, begleitet von dem wilden Triumph eines gehässigen Pöbels. Wenn wir Schmerzen haben, können wir sie friedlich zu Hause austragen, gehegt und gepflegt von liebenden Menschen, und wenn es zum Sterben kommt, wird irgend ein guter Mensch uns die Augen zudrücken. Anders der Martyrer. Er stirbt als Gegenstand des Hasses, er verfällt der allgemeinen Verachtung. Während selbst der Verbrecher manchmal Mitleid erntet, ist sein Ende verflucht. Aber das alles dauert nur einen Augenblick: in der kurzen Spanne eines heiligen Todes besitzt er die Krone des Lebens, und nach kurzen Jahren und Jahrzehnten, wenn der Allmächtige die Verfolger mit dem Hauche seines Mundes getötet hat, beginnt sein Nachruhm auf ewige Zeiten, indes die Feigen, die ihre Seele verkauften, der Vergessenheit anheimfallen.
Die langen Friedensjahre haben bei uns die Meinung hochkommen lassen, als ob der Martyrer der Vergangenheit angehört. Nichts ist falscher als das. Das Martyrium als Bekenntnis, als gefahrvolles Bekenntnis ist mit jeder gesunden Entwicklungsspanne unserer heiligen Kirche naturnotwendig verbunden. Das muẞ so sein, weil das Christentum dem Geiste der Welt entgegengesetzt ist, weil sich seine Auseinandersetzung mit der Welt dauernd in polaren Gegensätzen, in ewigen Spannungen vollzieht. Die Zeugenschaft, das Martyrium, das blutige und unblutige, gehört daher zu den Baugesetzen der Kirche und ist keine Ausnahme, sondern die Regel. Selig die Zeiten, in denen dieser Gegensatz lebendig ist, wo sich die großen Entscheidungen vollziehen, wo in mutigem Bekenntnis oder in feiger Verleumdung sich die Geister scheiden, wo die Spreu vom Weizen sich trennt und die Kirche als die treue Braut Christi sich darstellt ohne Makel und Runzel. Auch unsere Zeit ist von dieser Art. Auch wir erleben eine Wiederkehr des Martyrertums in blutiger und unblutiger Form. Wir grüßen sie,
118
alle die N Glaubens
drängten
im Gefä treuen L
als es de
serer Ki
Beten wi
Ernstfall
langt. A


