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Sieger in Fesseln : Christuszeugnisse aus Lagern und Gefängnissen / herausgegeben von Konrad Hofmann, Reinhold Schneider, Erik Wolf
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Scheingütern und Augenblickserfolgen blenden. An die Werte legte er die letzten Maßstäbe an. Freimütig und aktiv verfocht er, was die Geiststimme in ihm für recht und heilig erklärte. Es hätte seiner Art widersprochen, sich entmutigt und tatenlos in ein fatalistisches Hinnehmen der Irrlehre und Gewaltmethode zurückzuziehen. Was er von sich selbst verlangte und seinen Pfarrkindern predigte, war ein klares Stellungnehmen und starkes Handeln aus der Kraft und Richtschnur des christlichen Glaubens gegen die anbrandende Flut des Neuheidentums.

Bei solcher Haltung mußte es zum Konflikt mit dem nationalsozialistischen System und Staat kommen. Eine Predigt Dr. Feursteins vom 8. Oktober 1939 erweckte den ersten amtlichen Anstoß. Der Oberstaatsanwalt beim Sonder­gericht in Mannheim forderte ihren Text ein. Die Sache verlief diesmal noch im Sand. Aber Partei und Gestapo richteten seitdem ein scharfes Auge auf den markanten, bekenntnistapferen Pfarrherrn. Das Bespitzeln und Fallenstellen schüchterte diesen jedoch nicht ein. Seine innere Not über das Maß des Unrechts, der Unbußfertigkeit und Gottlosigkeit zwang ihn zum Reden. Auch daß viele Christen unter den Prüfungen des Krieges, statt sich zu läutern und religiös zu erstarken, lauer wurden und inmitten der Bäche von Blut und Tränen das Leben gierig auskosteten, bedrängte ihn sehr. Daher sprach er in seiner Neujahrspredigt 1941 ein unmiẞverständ­liches Wort:

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,, Man müßte von unserer Pfarrgemeinde erwarten, daß sie in diesen Tagen ernster Entscheidung religiös mehr anspricht, daß sie mehr Eifer zeigt im Besuch des Gottesdienstes, der, Kriegsandachten, im Empfang der heiligen Sakramente. Viele von uns haben den Ernst der Lage noch nicht begriffen. Sie werden ihn begreifen, wenn es zu spät ist. Wieviele feige Mütter gibt es noch, die, anstatt ihre Jugend zur Pflicht aufzurufen, vor ihren eigenen Kindern kapitulieren und so diese kleinen Teufel heranziehen, die sie ein­mal peinigen werden in der ewigen Verdammnis, weil sie ihre eigenen Mütter verantwortlich machen für ihr zeitliches und ewiges Unglück! Alle, die unter uns, die in diesen Tagen im alten Schlendrian weiterleben, in bürgerlicher Sattheit, im üblichen Genießertum, sind die gewissenlosen Verlängerer dieses Krieges und damit die Feinde ihres Volkes und ihres Vaterlandes. Was von uns Christen heute gefordert wird, ist die heroische Haltung, die eiserne Pflichterfüllung, die Überwindung der Genuẞsucht, der Verzicht auf Tanzereien, sündhaften Geschlechtsgenuß, Nikotin und andere Rauschgifte und Genußmittel. Wir brauchen Menschen, die einer heroischen Haltung fähig sind. Sonst werden wir zum zweitenmal das trau­rige Schauspiel erleben, daß der Krieg... in der Heimat verspielt wird an den räsonierenden Biertischen, auf den Tanzdielen, von den leichtgeschürz­ten Damen an den Tischen unserer Kaffeehäuser, von den Kettenrauchern,

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