suchungen hat sie durchkämpfen müssen, seit sie erkannt hatte, wie arm ihr Leben doch gewesen war und worum es einzig in diesem Leben ging. In aufgeschlossenen Stunden teilte sie mir davon mit. Nun lag sie im Sterben, einsam im KZ., aber gelassen und gottergeben im tiefen Glauben an ihren Heiland und Erlöser. In meinen Armen ist sie, die die Ärzte und braunen Schwestern nicht ins Revier aufnehmen wollten, auf dem Boden liegend, gestorben. Ich bin überzeugt: sie, die so reumütig war und so innig mit mir das Vaterunser beten konnte, hat einen milden Richter dort oben gefunden. Ich drückte ihr die Augen zu. Zum letzten Abschied, bevor sie zum Verbrennen ins Krematorium geholt wurde, konnte ich nur noch ein Kreuzlein auf ihre kalte Stirn machen. Lang ausgestreckt lag sie auf ihrem Strohsack, mit unsäglichen Leidenszügen auf dem kleinen, weißen Gesichtchen.
Und Lotte, du schwarzes, leidenschaftliches Menschenkind von nahezu fünfzig Jahren! Mehr als die Hälfte davon hattest du in Bordellen zugebracht. Wie oft sagtest du mir: ,, Könnte ich doch auch so glauben wie Du!" Aber du hast es gelernt zu glauben, und du warst es, die am inbrünstigsten singen konnte:
Harre meine Seele, harre des Herrn, alles ihm befehle, hilft er doch so gern.
Und erst die Worte der zweiten Strophe:
Größer als der Helfer ist die Not ja nicht.
Als ich sie einige Stunden vor ihrem Tode heimlich im Revier besuchte, wozu ich durch die Barackenfenster einsteigen mußte, konnte sie kaum mehr sprechen. Flüsternd stammelte sie nur noch die Frage: ,, Geht's jetzt wirklich in den Himmel?" Und als ich ihr die Frage tiefbewegt bejahte, strahlte sie mich mit großen, schwarzen Augen dankbar an, mit dem Brand der Blicke noch ,, danke, danke" sagend. Ich schaute erschüttert in das jetzt ausgeglichene, ruhige Antlitz, in das sich zwar die furchtbaren Spuren des Lasters tief eingeprägt hatten. Schluchzend verließ ich die kleine Sterbezelle.
Feuer f
schriebe
gesprun
Anitas
sonders
wegver
Sie, die
Auch von der wilden Anita muß ich hier reden. Sie war ihr Leben lang durch Feuer gewandelt, durch irdische Feuer. Ihr Herz hatte sich dabei verzehrt. Erst in der Marter des KZ. hat die Gnade Gottes sie zum Nachdenken gebracht und ihr den Weg zur himmlischen Liebe gezeigt. Eines Morgens erzählte sie mir ganz aufgeregt ihren Traum, den ich wörtlich zu wiederholen versuche: ,, Heute nacht war ein Engel bei mir, der hat mit mir gesprochen. Ich sah Feuer, ein ganz großes Feuer, und durch das
78
zen Bl die Gna
Gang.
port in
spreche
Vorstan
ich ste
nieder
kinder
leuchte
Zum S
der We
hielt
S
tration
mehr
im II.
Strafes
wesen
dem w
schon
mußte
mir. A
ihrer
geste
ter vo
von se
bende
Da wa
sie fa
fortan
kaum
neuer
Block
mein


