es geschehe. Stelle Dir also vor: dieser gute Mensch, dem ich in großem
Vertrauen ein paar Worte über das Geheimnis unseres Glaubens gesagt hatte, um für den Dienst des Tarcisius die Voraussetzung zu schaffen, geht mit einem armseligen Medikamentenschächtelchen über die Laufstege vor den Zellen und verteilt das heilige Brot, selbst voll Freude, Brüdern in Not den Dienst seelischer Hilfe erweisen zu dürfen. Und in einer dieser Zellen feiert sogar verborgener- und verbotenerweise ein Jesuitenpater regelmäßig in der Morgenfrühe das heilige Opfer! So brauchte keiner von uns hungern, und am österlichen Mahle konnten alle teilnehmen, die, mit dem leidenden Herrn geeint, auch dem'Auferstandenen und Verklärten begegnen wollten.
So ist mir, liebes Kind, die Grenzenlosigkeit der Liebe Gottes hinter Gitterstäben begegnet. Wie in der Wüste war es, da Gott seinen Kindern Brot vom Himmel gab. Und weil auch ich in dieser Wüste die Fülle der Güte Gottes erfuhr, kann ich diese vergitterten Tage nur segnen. Heute weiß ich, daß selbst diese dunkle Strecke meines Lebens nicht ohne hellen Sinn ist. Aus jenen Tagen kommt mir spürbar Kraft für das Kommende, und es wird ja nicht ganz leicht sein. Möge solche Kraft auch Dir und Deinen Geschwistern in Euer junges Leben strömen: Kraft aus dem Ge- heimnis, das wir staunend und stammelnd verehren: Tantum ergo sacra- mentum...


