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Sieger in Fesseln : Christuszeugnisse aus Lagern und Gefängnissen / herausgegeben von Konrad Hofmann, Reinhold Schneider, Erik Wolf
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einander versucht haben, unser Leben zu einer Einheit ohne Bruch zu ge­stalten- in der Liebe zu beiden Reichen.

Brief vom 25. Mai 1944 An die Frau

Was jetzt geschieht, wollen wir als unsern Anteil an dem betrachten, was getragen werden muß. Es rührt schon an die Geheimnisse, die der Herr mit seinen Kindern hat. Du hast ganz recht: in der Welt der Psalmen kommt dies oft erschütternd zum Ausdruck, vor allem so, daß wir in un­serer Schwachheit die führende Vaterhand doppelt spüren. Wenn es auch oft nicht ganz leicht ist, zu ihrer Führung gleich ja zu sagen, so ist es doch immer ein Trost, fest zu wissen, daß diese Hand da ist und daß sie eben eine Vaterhand ist.

Ich verkleinere das Bittere der Gegenwart gewiß nicht: für einen Men­schen meiner Art sind Stäbe vorm Fenster nichts Geringes, über das man sich gleichgültig und unangefochten hinwegsetzen könnte. Die sehr harte Wirklichkeit dieses Zustandes ist mir klar und schmerzlich bewußt... Doch ich gebe mir Mühe, ganz nüchtern in der Gegenwart zu bleiben und mit keiner Art Romantik mich über die Wirklichkeit hinwegzusetzen: christ­liche Existenz gebietet ja, mit der Aufgabe fertigzuwerden, die vom Wil­len Gottes jedem Tage vorgegeben ist, wobei es wieder müßig ist, an das Morgen zu denken, dieweil jeder Tag seine Plage schon hat. Bis jetzt ist es mir geschenkt gewesen, über diesem Denken und Sinnen, das immer auch ein Sprechen der Seele mit ihrem Urgrund ist, ruhig und gefaßt zu bleiben.

Brief vom 25. Mai 1944- An die Kinder

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Und Ihr, liebe Kinder.. helft Eurer Mutter, stärkt sie und stärkt in allem Guten einander. Und tragt mir, Eurem Vater, nicht nach, wenn jetzt graue Wolken über Eurer Jugend stehen. Glaubt, daß Gutes immer mich bewegt hat. In einigen Tagen singen wir miteinander:, 0 Du Licht voll Seligkeit, mach Dir unser Herz bereit, dring in unsre Seelen ein... Der Hymnus dieser Zeit und unserer eigenen Lage: Tröste den, der Tränen weint.' Wir wollen am Pfingsttage alle Not, unsere und die ungeheure unseres Volkes und Landes, bittend vor den Geist tragen, der alles neu und heil machen kann in der Kraft seiner Allmacht, er allein!

Brief vom 13. Juli 1944 An die Frau

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Gott steht über allem, über menschlichem Glück und über irdischer Freude, wie über allem Unglück und auch über der Schuld... Wir sind ja fehl­bare Geschöpfe, wo immer wir mit dem Nachdenken anfangen, und meinen

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