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Sieger in Fesseln : Christuszeugnisse aus Lagern und Gefängnissen / herausgegeben von Konrad Hofmann, Reinhold Schneider, Erik Wolf
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Um dieselbe Zeit wie sein jüngerer Bruder Dietrich( siehe S. 39) und zwei Schwäger erlitt auch Dr. Klaus Bonhoeffer , Rechtsanwalt in Berlin , ein ge­waltsames Ende. Er hatte mit den Vorgängen des 20. Juli 1944 in Zu­sammenhang gestanden und wurde deshalb vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Eine SS- Mannschaft vollzog das blutige Werk an ihm. Sie gab den tötenden Genickschuß, als die Lawine des rächenden Schicksals gegen das nationalsozialistische Terrorsystem bereits herandonnerte. So zählt Klaus Bonhoeffer mit seinen Verwandten zu den Opfern, die eine unselige Tyrannis noch in ihren letzten Zuckungen forderte. Kurz zuvor, an Ostern 1945, hatte er Abschied genommen von seinen noch unmündigen Kindern in einem edlen Brief, der würdig ist, festgehalten zu werden, weil er hoch­zielende Erziehungsweisheit widerspiegelt und ein lauteres Dokument christ­licher Humanität darstellt.

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DAS GEISTIGE VERMACHTNIS EINES VATERS

Meine lieben Kinder!

Ich werde nicht mehr lange leben und will nun von Euch Abschied nehmen. Das wird mir sehr schwer, denn ich habe jeden von Euch so sehr lieb, und Ihr habt mir immer nur Freude gemacht. Ich werde nun nicht mehr sehen, wie Ihr heranwachst und selbständige Menschen werdet. Ich bin aber ganz zuversichtlich, daß Ihr an Mamas Hand den rechten Weg geht und dann auch von Verwandten und Freunden Rat und Beistand finden werdet. Liebe Kinder, ich habe viel gesehen und noch mehr erlebt. Meine väterlichen Er­fahrungen können Euch aber nicht mehr leiten. Ich möchte Euch deshalb noch einiges sagen, was für Euer Leben wichtig ist, wenn Euch auch man­ches erst später aufgehen wird. Vor allem, haltet weiter in Liebe, Vertrauen, Ritterlichkeit und Sorge fest zur Mama, solange Gott sie Euch erhält. Denkt immer, ob Ihr ihr nicht irgendeine Freude machen könnt. Wenn Ihr einmal groß seid, wünsche ich Euch, daß Ihr Eurer Mutter so herzlich nahe. bleibt, wie ich meinen Eltern nahegeblieben bin. So recht versteht man seine Eltern nämlich erst, wenn man selbst erwachsen ist. Ich habe Mama gebeten, bis zum Ende bei mir zu bleiben. Es waren schwere, aber herr­liche Monate. Sie waren auf das Wesentliche gerichtet und von der Liebe

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