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Sieger in Fesseln : Christuszeugnisse aus Lagern und Gefängnissen / herausgegeben von Konrad Hofmann, Reinhold Schneider, Erik Wolf
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ungeheuerliche Täuschung, wenn wir unter dem Eindruck christlicher Doku­mente dieses andere Leiden nicht sehen wollten. Die Bekenner waren ver­sprengt in eine Wüstenei des Elends unter Peiniger und Gefangene, die viel bedürftiger waren als sie; diesen, die ihre ganze Armut vielleicht nicht einmal kannten, geschweige denn eingestanden, sollten die Gläubigen das Licht bringen; sie sollten ihnen das Licht sein. Was von ihnen ausgegan­gen ist, wem sie wirklich geholfen haben und auf welche Weise: dies alles gehört zur großen erschütternden Geschichte des Gottesreiches in der Welt

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für welche Welt das Gottesreich ja gegründet ist, auf daß es sie rette. Aber wir werden diese Geschichte nicht erforschen. Allein der schwache, umwölkte Schimmer weitverstreuter Sterne verkündet das andere, das eigentliche Reich. Das Licht mußte in diese Finsternis; durch die Men­schen, deren Christus sich bemächtigt hatte, die ihm nachtrachteten, drang es in die Finsternis ein. Sein Wirken konnte oftmals nur ein Leiden, das Aushalten sein; doch auch dieses Aushalten im Glauben war vielleicht schon erhörtes Gebet. Und so dürfen wir vielleicht sagen, daß all diese Felder des Entsetzens nicht vom Gottesreiche gelöst waren.

Die Gestalten der Zeugen erwecken eine Hoffnung in uns, die alles Be­greifen übersteigen möchte: als könnte die Gnade nicht allein die Ungläu­bigen erreicht haben oder die Blinden; als könnte sie im geheimen auch die Herzen solcher gewendet haben, die sich Jahr um Jahr dem Lichte und seinen armen Boten widersetzten. Das Eine ist gewiß, daß die Be kenner für alle gelitten haben. Dieses ,, für alle", das mit einem heiligen Anspruch einigende Wort, haben sie uns hinterlassen. Wir sollten ihre Namen nicht nennen, wenn wir nicht entschlossen sind, Ernst mit diesem Vermächtnis zu machen. Das gemeinsame Gebet der Befreiten ist kein Ende: es ist ein Anfang und geschah nicht mehr im Bann der zwölf Jahre, es geschah diesseits der Grenze der Zeit, für die wir mit allem, was wir sind und tun, bei unserer Seele Seligkeit, verantwortlich sind. Wir er­lebten eine Phase des Reiches, das mit sich selbst uneins ist und daher immerfort zerfällt, solange es währt; in ihm steht, verfolgt, verkannt, beschattet das Reich, das eins ist als das Leben des Einzigen.

So zeigen die Bekenntnisse vom Leiden derer, die für alle gelitten haben, auf daß alle gerettet würden, auf eine ganz andere Zeit der Gläubigen, die bestimmt wäre von deren entschiedenstem Willen zur Einswerdung. Wir wagen wahrlich nicht zu sagen, daß diese Zeit kommen werde; gewiß ist nur, daß sie kommen m u und daß Vergangenheit wie Gegenwart verfehlt werden, wenn diese Hoffnung sich nicht erfüllt. Vergessen wir doch nicht, daß die Vorgeschichte der Lager und Gefängnisse sehr weit zurückreicht in Jahrhunderte der Spaltung, der Lauheit; daß der Verzicht des Christen auf die Verantwortung für die Welt ein großes Thema dieser Geschichte

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