Druckschrift 
Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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Fabian schüttelte den Kopf. ,, Nein, danke", sagte er zurück­haltend. ,, Ich möchte dich auch nicht lange stören. Bei deinem letzten Besuch hast du mir heftige Vorwürfe gemacht, Wolf­gang", fuhr er lebhafter fort. ,, Ich bin heute gekommen, um dir zu sagen, daß deine Vorwürfe alle völlig berechtigt waren!" Er atmete tief auf.

,, Vergiß nicht, daß ich damals sehr erregt war", unterbrach ihn Wolfgang, dem die heftige Aussprache im Büro des Bruders noch beschämend vor Augen stand.

,, Bitte, unterbrich mich nicht", begann Fabian von neuem. ,, Du sagtest damals, wir Leute der Partei seien nur r von selbst­süchtigen Gedanken erfüllt und dächten lediglich an unser gutes, bequemes Leben. Wie wahr war das! Ich will dir heute offen ge­stehen, daß ich in Wahrheit mein gutes, bequemes, von allen Scherereien ungestörtes Leben mehr als alles liebte und es dem Kampf um die Wahrheit und das Recht vorzog. Du hattest voll­kommen recht! Ich bekenne, daß ich damit eine schwere Schuld auf mich geladen habe, Wolfgang!"

,, Sollten wir nicht diese alten Dinge ruhen lassen?" wehrte Wolfgang ab.

,, Nein!" fiel Fabian dem Bruder fast schroff ins Wort. ,, Erlaube mir nur noch eine Minute. Du sagtest damals, wir wollten die Wahrheit nicht hören und leugneten sie mit allerlei Ausflüchten. Wie wahr war das! Wir wollten in der Tat die Wahrheit nicht hören und verschlossen uns gegen sie, obschon wir längst wußten, daß es die Wahrheit war! Du sagtest, wir hätten nicht energisch genug gegen die Willkür unserer Führer protestiert, und aus diesem Grunde seien sie immer willkürlicher und gewissenloser geworden. Oh, wie wahr war das! Das sei unsere schwerste Schuld, sagtest du!" Da Wolfgang Miene machte, etwas zu ent­gegnen, trat Fabian einen Schritt vor und rief mit lauter Stimme und erregt erhobener Hand: ,, Und es war auch unsere schwerste, unsere allerschwerste Schuld, Wolfgang!"

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Er war sehr blaß geworden und atmete erregt. Dann schloß er mit der früheren, ruhigen, etwas heiseren Stimme: ,, Das ist es, was ich dir sagen wollte, Wolfgang! Deshalb kam ich zu dir her­aus, bevor ich die Stadt verlasse."

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