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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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Augenblicklich fiel ihm die Figur des ,, Kettensprengers" in die Augen, die sich in voller Größe von einer Wand abhob. Ein Strauß Maiglöckchen befand sich auf dem Arbeitstisch dicht neben einer aus rotem Wachs geformten kleinen Gruppe von drei schnatternden Gänsen; die Modellierhölzer lagen noch daneben. Die Büste einer vollbusigen Frau, in feuchte Lappen eingehüllt, stand auf dem Drehschemel. Das war alles, was Fabian mit den ersten Blicken erhaschte, dazu kam noch ein neuer Teppich, der den Fußboden bedeckte, nicht der alte, abgetretene, in dem man so leicht hängenblieb. Aus dem Zimmer nebenan drang heiteres Stimmengewirr.

Fabian s haltend. ,, I

letzten Bes gang", fuh

zu sagen, d

atmete tief

Vergif

ihn Wolfga noch besch

Da aber kam auch Wolfgang schon aus dem Speisezimmer. Er ging lebhaft auf den Bruder zu, hielt aber plötzlich den Schritt an, betroffen von seinem Aussehen. Die Uniform hatte den Bruder völlig verändert, er schien größer und um viele Jahre älter geworden zu sein. Sein mageres, graues Gesicht hatte einen harten Ausdruck von Entschlossenheit angenommen, die Wolfgang nie an ihm beobachtete. Es war das Gesicht eines Menschen, das seelische Kämpfe und schwere Erschütterungen völlig umgeformt hatten. Auch stand sein Bruder fast bewegungslos und hatte kaum die geringste Bewegung gemacht, ihn zu begrüßen.

,, Du wolltest mich sprechen, Frank?" begann Wolfgang mit versöhnlicher Stimme.

Bitte,

Du sagtes

süchtigen

bequemes stehen, da

Scherereien

Kampf um

kommen

auf mich

Sollten

Wolfgang

Fabian nickte. Er hatte sich nicht von der Stelle gerührt und bewegte sich auch jetzt nicht. Nur die Handschuhe streifte er langsam ab. ,, Ich bin dir sehr dankbar, Wolfgang, einige Worte mit dir sprechen zu können", sagte er halblaut mit einer Stimme, die ihm selbst fremd erschien ,,, ich will dich nicht lange auf­halten, nur eine Minute." Sein Blick ruhte mit angespannter Auf­merksamkeit auf dem Bruder, er durchforschte alle seine Züge. Wolfgangs Haar war grauer geworden, eisgrau an den Schläfen, auch etwas magerer sah er aus, wie alle Menschen nach den langen Kriegsjahren. Er trug einen dunklen Anzug und war mit einer Sorgfalt gekleidet, die Fabian auffiel.

Nein!"

mir nur n

,, Einen Augenblick wirst du wohl Platz nehmen können?" fragte Wolfgang und streifte erneut Fabians graues, entschlossenes Gesicht, in dem sich keine Miene bewegte.

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Wahrheit

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