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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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Stadt schlugen helle Flammen, und eine Anzahl dumpfer Explo­sionen erfolgte rasch hintereinander.

Aber da wurde es plötzlich hell hinter den hohen Linden des Hofgartens, so hell, daß man die Stämme und kahlen Wipfel der Bäume haarscharf erkennen konnte. Dahinter lag der Dom, den man vom Hause aus nicht sehen konnte. Eine Wand aus Feuer stand hinter den Linden, sie blendete förmlich und schien näher zu rücken.

,, Das Dach des Doms! Der Dom brennt!" schrien die Mäd­chen draußen und flohen ins Haus.

Und wieder donnerten neue Geschwader über der Stadt, und die Bomben rauschten und gurgelten in die Tiefe.

VI

Am nächsten Tage bot die Stadt den Anblick eines rauchenden Schutthaufens. Bis hinauf zu den Wolken war sie mit einer dunstigen Schicht aus Staub und Aschenteilchen bedeckt, die selbst das Licht der Sonne nur mühsam durchdringen konnte. In einer knappen Stunde war sie größtenteils vernichtet worden. Ganze Viertel waren zerstört und ausgebrannt, lange Straßen­züge nichts als Trümmer, im eingeäscherten Weberviertel allein sollten zehntausend Menschen umgekommen sein.

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Der Stolz der Stadt, der Dom, an dem drei Jahrhunderte baut hatten, war eine qualmende Ruine. Der Bahnhof war ver­nichtet, das Rathaus, der Justizpalast, Dutzende von Kirchen und Schulen, das herrliche bischöfliche Palais mit seinen berühm­ten Fresken, es war ein Raub der Flammen geworden. Gegen hundert von kriegswichtigen Fabriken waren in Schutt und Asche gelegt, darunter die Schellhammerschen Werke, die den bekannten Tank ,, Leopard" bauten. Sie hatten zuletzt zwanzig­tausend Arbeiter beschäftigt.

Vom Weberviertel erzählte man sich die fürchterlichsten Ge­schichten. Die Leute, vom Feuer ringsum eingeschlossen, flohen wie wilde Tiere bei einem Präriebrand und flüchteten zu

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