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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
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Tausenden mit Kindern und Säuglingen durch die Straßen und Gassen, sobald sie aber die glühende, des Sauerstoffs beraubte Luft einatmeten, fielen sie zu Boden und blieben liegen. Andere Tau­sende wiederum stürzten sich mit brennenden Kleidern in den Fluß und ertranken elend, und nur ganz wenige wurden durch einen günstigen Zufall gerettet.

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Fünfzigtausend Menschen waren in einer Stunde obdachlos geworden. Am nächsten Morgen war es noch völlig unmöglich, die Straßen zu passieren, eine solch ungeheure Hitze strahlten Straßen und Häuser aus. Auch vermochte niemand die heißẞe, von Brandgeruch erfüllte Luft einzuatmen, die wie ein brauner Nebel aus Staub und Asche zwischen den Häusern schwebte. Noch tagelang hatte die Feuerwehr mit der Bekämpfung alter und neu aufflackernder Brände zu tun.

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Fabian arbeitete Tag und Nacht in einem der erhalten geblie­benen Zimmer seines halbzerstörten ,, Büros Aufbau". Er hatte mit der Unterbringung der Obdachlosen und tausend anderen dringenden Dingen zu tun. Oberst von Thünen lag mit schweren Brandverletzungen in einem der überfüllten Krankenhäuser, die Baronin von Thünen aber erfüllte unermüdlich, fast ohne Nah­rung und Schlaf, ihre schwere Pflichten. Überall tauchte ihre schmucke Uniform mit dem roten Kreuz auf, ihre Schwestern fürchteten ihre Strenge und Unerbittlichkeit. In Wahrheit, die Baronin kam volle drei Tage nicht aus den Kleidern.

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Sie gehörte auch zu den ersten, die den Mut fanden, in das zerstörte und eingeäscherte Weberviertel vorzudringen, das so­gar beherzte Männer mieden, ein solches Grauen verbreitete es. Einige Wochen später berichtete sie Clotilde darüber, die von der Katastrophe einfach krank geworden war, so krank, daß sie sich drei Tage ins Bett legen mußte. ,, Nerven mußte man haben, meine Teuerste!" sagte die Baronin ,,, Nerven aus Stahl! Wenn ich allein an die toten Kinder denke!"

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Am Anfang der Straßen sah man die Toten nur vereinzelt, je mehr man aber in die Straßen eindrang, um so dichter lagen sie. Sie lagen noch genau so, wie sie niedergestürzt waren, auf dem Gesicht, die Arme ausgestreckt, übereinander, viele bis zur Un­kenntlichkeit verstümmelt. In den Gassen fand man oft gleich

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