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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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IV

Bei Anbruch der Dämmerung fuhr ein Auto vor, und zwei Männer forderten Frau Beate kurz auf, sich rasch fertig zu machen und mit ihnen zu kommen. Sie hatte kaum die Möglich­keit, einige Worte mit den verstörten Mädchen zu sprechen.

Der Gedanke an Christa war das Quälendste für Frau Beate, als sie im Auto rasch dahinfuhr. Sie wird einen hübschen Schreck bekommen, wenn sie nach Hause kommt! Sonst war sie sehr ruhig und gefaßt. Eine Denunziation wahrscheinlich, dachte sie, irgendein verlogenes Geschwätz, das sich bald aufklären wird. Sie war völlig überzeugt, daß man sie nicht irgendeiner beson­deren Sache beschuldigen konnte. Einige unbequeme Tage, ja natürlich, sie mußte sich auf einige unbequeme Tage gefaßt machen, aber die würden vorübergehen. Arme Christa!

Christa war nicht zu Hause. Sie war in Jakobsbühl bei Wolf­gang Fabian, wo sie seit Monaten Unterricht genoẞ. Sie besaß keineswegs den Ehrgeiz, Bildhauerin zu werden, da sie wußte, daß dazu ihre Kräfte nicht ausreichten, aber sie interessierte sich leidenschaftlich für Kleinplastik, Keramik und das Brennen und Glasieren von Figuren, Gefäßen und Schalen, worin es Wolfgang zur Meisterschaft gebracht hatte. Mit der Architektur hatte es an und für sich vorläufig ein Ende, und so verbrachte sie jeden Mittwoch und Sonnabend die Nachmittage draußen im Atelier und am Brennofen als Hilfsarbeiterin, als Lehrjunge, als Schülerin, wenn man wollte.

Ein Buckliger steuerte das Auto, das Frau Beate durch die Stadt fuhr. Bucklige brachten ihr immer Glück, sie war guten Mutes.

Frau Beate wurde ins Frauengefängnis eingeliefert, ein früheres Nonnenkloster, das im Weberviertel lag, so benannt, weil sich dort viele Webereien befanden.

Die Aufnahme erfolgte durch zwei blutjunge Burschen der schwarzen Parteitruppe, die kaum zwanzig Jahre alt waren und sich Witze erzählten. Sie beachteten die Eingelieferte kaum und ließen sie eine Viertelstunde lang warten, bis sie sich ausgelacht

hatten.

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