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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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,, Assessor Müller bestimmte Nummer siebzehn!" sagte einer der jungen Burschen verletzend gleichgültig und begann einen neuen Witz zu erzählen.

Nehmen Sie auf die Ecke

Eine hagere, finstere Wärterin, die eine viel zu weite Soldaten­jacke trug, wahrscheinlich die ihres Mannes, nahm sie in Empfang und führte sie drei Stockwerke hoch über eine schmale schlecht beleuchtete Wendeltreppe, die mit abgetretenen Platten aus hell­grauem Sandstein belegt war. Völlig teilnahmslos folgte ihr Frau Beate. Dann betraten sie einen breiten, mit den gleichen hell­grauen Platten aus weichem Sandstein belegten Korridor, in dem die genagelten Schuhe der Wärterin widerhallten. An der Türe siebzehn rasselte die hagere Frau mit den Schlüsseln und schob Frau Beate unwirsch brummend in die Zelle, deren Türe sie so­fort wieder verschloß.

Frau Beate mochte aber

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Frau im Bett da Frau Beat deren freun Staatsfeindl Sie ausländis angezeigt?" und ließ ihre

Da war sie nun, glücklich, weder beschimpft noch geschlagen worden zu sein, wovor sie sich sehr gefürchtet hatte. Ihr Herz pochte erregt, erst jetzt begriff sie, daß sie im Gefängnis war. Unruhige Augen richteten sich forschend und ängstlich auf sie, aber die Angst verflog rasch und nur unverhüllte Neugierde blieb. Die düstere Zelle schien voller Frauen zu sein, in Wirklichkeit aber waren es nur drei. Zwei von ihnen saßen dicht nebenein­ander auf dem Boden, gleichzeitig aber blickten sie die fast schwarzen Augen einer dicken, rotbäckigen Frau an, die in einem hellen Bettkittel auf dem einzigen Bett der Zelle lag und sich jäh aufgerichtet hatte.

Endlich

nicht, wesha unsicher.

Die dicke Person im hellen Bettkittel lachte gutgelaunt und beugte sich neugierig vor.

Die Frau

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etwas zugibt Erst jetzt zusehen, die breit war.

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Ecke war e Scheiben, du hereindrang

,, Immer hereinspaziert!" rief sie laut mit frischer, lebhafter Stimme. ,, Immer Courage! Sie kommen hier in die beste Ge­sellschaft, Lukasch ist mein Name, Frieda Lukasch, die anderen werden sich gleich mit Ihnen bekannt machen, wie es sich ge­hört, und es wird Ihnen bei uns sicher gefallen. Wir drei kommen alle vor das Volksgericht. Ich habe morgen meinen Termin, müssen Sie wissen, und mache mich auf drei bis fünf Jahre Zucht­haus gefaßt. Aber das ist mir jetzt völlig einerlei, man gewöhnt sich ja an alles. Nur keine Schüchternheit, meine Dame, vor uns brauchen Sie keine Angst zu haben, wir sind alle gute Menschen.

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