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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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Wolfgang erwiderte nichts darauf, sondern knurrte nur einige unverständliche Worte in den verwahrlosten Bart. Diese Art zu antworten miẞfiel dem Mann mit dem geschorenen Schädel, und Wolfgang mußte daraufhin noch sechs Monate im Lager bleiben. ,, Ich will Ihre eingebildete Visage nicht länger sehen, ver­schwinden Sie!" herrschte ihn der Kommandant an, als er ihn endlich freilieẞ.

Als Wolfgang sich in das Studium einer Photographie von Kindern, in denen er seine Neffen Harry und Robby erkannte, vertiefte, hörte er, daß sein Bruder gekommen war.

Fabian riß die Tür auf und rief überrascht ins Zimmer. ,, Du bist hier, Wolfgang?"

Wolfgang wandte sich von der Photographie ab: ,, Ja, hier bin ich!" sagte er mit tiefer Stimme, während seine Augen bedroh­lich funkelten.

seinem abgetrag bejammernswer

Fabian erschr

Lippen zu brin wurden fahl.

Du darfst di

gang mit rauher kommt ja alles schäbigen Mant nicht wundern. stohlen." Meine Leute

Mensch gewese nicht die äußer

Fabian eilte ihm entgegen und ergriff seine Hand. ,, Gott sei Dank, daß du die böse Zeit hinter dir hast, Wolf­gang!" fuhr er fort, während er rasch seinen eleganten Mantel ablegte und an einen Haken an der Tür hängte. ,, Du kannst dir meine Freude gar nicht vorstellen", fügte er hinzu, aber der Jubel in seiner Stimme klang gedämpfter, da Wolfgang schwieg und seine Augen so drohend funkelten. Auch hatte er es als Kränkung empfunden, daß Wolfgang seine Hand nur flüchtig berührte. Wolfgang hingegen hatte die Absicht gehabt, die Hand des Bruders überhaupt zurückzuweisen und war nur im letzten Augenblick durch die Photographie mit den Jungen versöhn­licher gestimmt worden. Erst jetzt fand Fabian Gelegenheit, den Bruder genauer anzusehen. ,, Mein Gott, wie siehst du denn aus?" rief er aus. ,, Was hast du mit deinen Zähnen gemacht?"

selige Haltung

Wesen so heraus wahren.

Werde nur gerade noch. Ic

den braunen un bei mir Haussuc offen meinen mir schließlich

Wolfgang lachte rauh und derb und fast unhöflich. ,, Mit meinen Zähnen?" lachte er. ,, Die haben sie mir beim Empfang in Birkholz am ersten Abend ausgeschlagen. Das ist dort so Sitte." Er öffnete absichtlich weit den Mund, daß man die Zahnlücke deutlich sehen konnte. Am Oberkiefer fehlten drei Zähne, das schwarze Loch bot einen erschreckenden Anblick. Mit seinen geschorenen, völlig ergrauten Haaren, den mageren, ausgehun­gerten Wangen und der fahlen Gesichtsfarbe war Wolfgang in

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Es gibt nati achselzuckend

besänftigen. Zugegeben!" Stimme lauter.

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er erregt a gibt dir aber nic keidigen!"

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