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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
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saßen einige Klienten, aber er schritt ohne ein Wort zu sprechen, leicht hinkend, an ihnen vorbei, und drang bis in das Zimmer der Privatsekretärin Fräulein Zimmermann vor, die erschrocken von ihrer Maschine aufsprang.

,, Mein Bruder ist noch nicht hier?" fragte er barsch, noch den Hut auf dem Kopf.

Fräulein Zimmermann mit ihrem mageren, ausgetrockneten Gesicht wich erblassend zurück. ,, Herr Professor! Sie sind es?" rief sie aus. Mein Gott, wie erschrocken ich bin! Der Herr Regierungsrat muß jeden Augenblick kommen. Ich bitte im Arbeitszimmer Platz zu nehmen."

Sie öffnete die Tür und ließ Wolfgang ins Sprechzimmer Fabians eintreten. Wolfgang warf den Hut auf das Sofa und nahm eine Zigarre aus der Schachtel auf dem Schreibtisch. Den alten abgetragenen Überzieher behielt er an, und der Schmutz an seinen Stiefeln schien ihn nicht im geringsten zu stören.

Das Zimmer war behaglich durchwärmt, mit viel Geschmack ausgestattet und empfing sein Licht durch hohe, mit hellen Gar­dinen versehene Fenster. Es war ein abgelegener, stiller Arbeits­raum, in dem man sofort zur Sammlung angeregt wurde. Hinter der Tür klapperte wieder emsig Fräulein Zimmermanns Maschine.

Wolfgang sah sich alles genau an. Über dem Sofa hing das Bild seines Bruders in der Uniform eines Artilleriehauptmanns. Er hatte sich neben einem Feldgeschütz photographieren lassen und sah gebieterisch und stolz aus, wie ein Offizier aussehen muß, der über Kanonen gebietet. Wolfgang lächelte voller Spott. Dann entdeckte er auf dem Schreibtisch eine kleine Hitlerbüste. Er nahm den billigen und kümmerlichen Abguß in die Hand, be­trachtete ihn mit gutmütigem Lächeln und warf ihn ohne wei­teres in den Papierkorb.

Der Kommandant von Birkholz, ein ehemaliger Feldgendarm, heute Herr über Leben und Tod, hatte Wolfgang die Entlassung im Frühjahr zugesagt, da seine Frau, die hübsche Bardame, mit der Büste sehr zufrieden war und ihn um die Freilassung gebeten hatte.

,, Nun, Sie werden es sich jetzt wohl überlegen, für Juden die Straße zu fegen?" fragte der untersetzte Kommandant mit dem runden, kahlgeschorenen Schädel.

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