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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
268
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,, Gott sei Dank!" rief Charlotte wie befreit aus und richtete ihre schönen Augen strahlend auf Fabian. ,, Dann habe ich ja noch Aussichten. Ich befürchtete schon, Sie hätten eine un­glückliche Liebe, da sie oft so niedergedrückt sind."

Fabian erinnerte sich den ganzen Tag ihres Blicks und ihrer Worte. Nein, dachte er bei sich, mit der unglücklichen Liebe ist es für immer vorbei.

Zuweilen ging er mit ihr in der Dämmerung in den Straßen spazieren, um die Läden zu betrachten. Es war nach seinem Ge­schmack, sich mit einer solch schönen Frau zeigen zu können. Die Leute bestaunten Charlotte, sie erschien ihnen wie ein Mensch aus einer andern Welt mit schöneren Wesen.

,, Es ist die Mätresse des Gauleiters", hörte er einen Mann seiner Frau ins Ohr tuscheln.

Mätresse? Das Wort gab ihm einen Stich ins Herz. Nur selten betrat er mit ihr die Läden, die sie bei ihren Ein­käufen besuchte, denn sie besaß die üble Angewohnheit, stets auf ihre intime Bekanntschaft mit dem Gauleiter anzuspielen. Von ihren kleinen Spaziergängen kehrten sie ins Hotel zurück und plauderten noch ein wenig. Bald hatte er Christa völlig ver­gessen, und sogar in seinen Träumen erschien sie nicht mehr wie früher.

An einem Abend lud ihn Charlotte wieder in ihre kleine Hotel­wohnung zum Abendessen ein. Ich feiere ein kleines Fest!" sagte sie geheimnisvoll. ,, Was für ein Fest es ist, werden Sie später erfahren."

Er besorgte besonders schöne Blumen für den Abend. Wahr­scheinlich feiert sie Geburtstag, dachte er.

Das kleine Speisezimmer war festlich beleuchtet, der Tisch herrlicher geschmückt denn je zuvor. Silber und Kristall blitzten, in den Karaffen funkelte weißer und roter Wein. Ein Kellner aber war nicht zu sehen.

,, Hier bin ich!" rief Charlotte aus dem kleinen Salon. Dort lag sie festlich gekleidet in einem Sessel und streckte ihm die Hand zum Kusse entgegen.

Fabian überreichte seine Blumen. ,, Dem unbekannten Gott

des Festes!" sagte er.

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