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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
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Charlotte dankte mit leiser Stimme. Ihr schien nicht wohl zu sein, obschon ihr Antlitz gepflegt und frisch wie immer aussah. Müde und gleichgültig nahm sie die Blumen entgegen.

"

, Was ist mit Ihnen, gnädige Frau?" fragte Fabian, der sich sehr auf den Abend gefreut hatte.

,, Gnädige Frau?" erwiderte Charlotte mit zerknitterter Stirn und fast unfreundlicher Stimme. ,, Sagen Sie doch einfach Char­lotte zu mir."

Er beugte sich über ihre Hand. ,, Was ist mit Ihnen heute, Charlotte?"

Sie lächelte müde, und dieses apathische Lächeln gefiel ihm nicht. Offenbar hatte sie sich erkältet.

,, Ich habe Kopfschmerzen, mein lieber Freund", antwortete sie endlich. ,, Ich habe schon alles probiert, aber der Kopfschmerz will nicht vergehen." Mit einem Seufzer legte sie sich in den Sessel zurück und schwieg. Dann begann sie mit ihren zarten Fingern langsam ihre Schläfen zu streichen und behauptete, das sei das einzige Mittel, das ihr helfen könne. ,, Vielleicht ver­suchen Sie einmal Ihre Kunst?"

,, Ich befürchte, daß ich keine glückliche Hand habe", ent­gegnete Fabian.

,, Ganz im Gegenteil, ich bin überzeugt, Ihre Hand ist voller Magnetismus. Einerlei, versuchen Sie es", bestand Charlotte eigensinnig auf ihren Wunsch.

Fabian trat bereitwillig näher und vollführte langsam und so zart er konnte dieselben Striche über ihre Schläfen, ohne zu ermüden, immer von der Stirn herab zum Ohr.

,, Das tut gut", flüsterte Charlotte ,,, das ist herrlich! Ich fühle schon, wie ich müde werde. Ich habe die ganze Nacht nicht ge­schlafen, müssen Sie wissen." Zuletzt sagte sie nur: ,, Schön, wundervoll!" Und endlich öffnete sie nur noch die Lippen, als ob sie ,, schön" sagen wollte. Nach einiger Zeit bewegte sie auch die Lippen nicht mehr, während er fortfuhr, die magnetischen Striche zu vollführen. Ihr Gesicht wurde ganz ruhig.

Er hatte reichlich Gelegenheit, dieses märchenhaft schöne Antlitz zu betrachten, das ihn mit einer gewissen Scheu erfüllte. Die Stirn, die Nase, die Wangen, die Lippen, wie das alles ge­

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