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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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Schläfer öffnet die Augen, wenn man ihn lange ansieht, vielleicht war es mit der Liebe nicht anders? Vielleicht waren dann Hun­derte von Augen auf uns gerichtet und Hunderte von unbe­kannten Augen in uns öffneten sich dank einer geheimnisvollen Macht? Vielleicht ruft die Liebe auch eine tatsächliche körper­liche Veränderung in uns hervor? Wer kann es wissen? Und niemals würde ein Mensch dieses Mysterium ergründen können. Völlig benommen erhob er sich. Es war fast acht Uhr ge­worden, und er gab die Hoffnung auf, daß Christa noch er­scheinen könne. Etwas schien nicht in Ordnung zu sein! Viel­leicht war sie erkrankt?

Mit müden und quälenden Gedanken ging er durch die schwei­gende Dunkelheit in sein Hotel zurück. Immer mehr begriff er, daß sein Leben ohne diese Frau völlig unsinnig, ja unmöglich geworden war.

Erschöpft und niedergeschlagen betrat er sein Hotelzimmer. Er drehte alle Lampen an, denn die Dunkelheit des Heimwegs und seine trüben Gedanken verfolgten ihn bis hierher.

Weshalb hatte ihm Christa nicht ein kleines Billett ins ,, Resi­denzcafé" geschickt? Weshalb hatte sie nicht angeklingelt?

Er war im höchsten Grad beunruhigt, wagte aber heute abend keinen Anruf mehr, um nicht aufdringlich zu erscheinen. Etwas war hier nicht so, wie es sein sollte!

Mißmutig und voller Unruhe setzte er sich an den Schreib­tisch, um einige lange fällige Briefe zu schreiben. Es war ein ver­unglückter Tag, ein hoffnungslos verunglückter Tag!

Er schrieb eine Stunde an seinen Briefen, dann legte er die Feder weg, weil ihm seine Gedanken nicht mehr gehorchten. Müde und zerschlagen begab er sich zur Ruhe.

Sein erster Gedanke am nächsten Morgen galt Christa. Heute aber wollte er sich nicht mehr auf das unsichere Telefon ver­lassen. Er arbeitete eine Stunde in seinem Büro und ließ sich um elf Uhr zum Hause Lerche- Schellhammer fahren. Der Bernhar­diner empfing ihn mit erfreutem Gebell, er begleitete ihn sogar die Treppe hinauf, was er sonst nie tat. Ob die Damen jetzt ge­nügend ausgeruht seien, um ihn empfangen zu können? fragte er das Mädchen.

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