„Erschrocken? Ja, ich bin erschrocken“, entgegnete Christa mit versagender Stimme.„Die vielen Menschen haben mich ver- wirrt.“ Ihre Hände waren wie gelähmt.„Nur noch einen Augen- blick!“ Dabei spähte sie unausgesetzt aus dem Fenster.
XI
Die Straße hatte sich geleert. Ein Zug von braunen Partei- truppen stampfte laut und lachend am Laden vorbei, gefolgt von einer Menge Neugieriger. Endlich wurde es still. Dann rollten einige Autos vorüber, und nun konnte man wohl wieder auf die Straße gehen? Sie spähte nach allen Seiten, und da sie niemand mehr in der Nähe erblickte, schlich sie sich wie betäubt zu ihrem Auto zurück und fuhr ganz langsam und automatisch nach Hause. Sie war so benommen, daß sie lange Zeit vor ihrem Hause stand, ehe sie es gewahr wurde, Müde wie eine alte Frau kroch sie die Treppe empor.
„Was ist dir, um Gottes willen?“ schrie Frau Beate entsetzt auf, als sie ins Zimmer trat.„Du siehst ja ganz grau aus!“
„Mama!“ rief Christa und ließ sich in einen Stuhl fallen.„Der Himmel ist über mich zusammengebrochen.“
„Rede doch vernünftig, mein Kind!“
„Der Himmel ist über mich zusammengebrochen!“ wieder- holte Christa und nahm wie in Betäubung den Hut ab.„Warte, Mama, warte eine Weile, ich werde dir alles erzählen. Fort von hier, fort, fort!“
Frau Beate war überzeugt, daß Christa ein schweres Miß- geschick getroffen hatte, von dem sie nur schwer erzählen konnte, Sie verließ das Zimmer und kam erst nach einiger Zeit mit einem großen Glas Grog zurück. Das war ihr Allheilmittel. Nützt es auch nicht, so stärkt es doch den Körper!
Erst nach geraumer Zeit war Christa fähig, der Mutter in aller Kürze das Erlebnis ihrer schweren Täuschung, Enttäuschung, Ernüchterung, Bestürzung zu berichten.„Fort von hier, Mama!“ rief sie unaufhörlich. ‚Fort! Fort! Fort aus dieser Stadt!“
248
Frat nitsc vorC auf de indie verlor undb „u re a oder
sekor sprec


