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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
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Frau Beate schwieg lange Zeit, dann erhob sie sich und ging mit schweren Schritten im Zimmer auf und ab. Endlich blieb sie vor Christa stehen und sagte: Es ist schwer, einem Menschen bis auf den Grund seines Herzens zu sehen, Christa! Die Menschen in diesem Lande haben zur Zeit fast alle das bißchen Verstand verloren, das sie noch besaßen." Dann klingelte sie dem Mädchen und bat starken Tee zu bringen.

,, Hören Sie", sagte sie zu dem Mädchen ,,, sperren Sie die Haus­türe ab! Wir wollen niemand sehen. Und wenn jemand kommt oder anruft, so sagen Sie, wir sind erst von der Reise zurück­gekommen und noch so müde, daß wir niemand sehen oder sprechen können. Haben Sie verstanden?"

Christa fand allmählich ihre Fassung zurück. Nur fort wollte sie aus dieser Stadt, fort, fort! Sie zog sich bald auf ihr Zimmer zurück und erschien am nächsten Morgen schweigsam und totenblaẞ.

Nach einer vielstündigen Unterredung beschlossen die beiden Damen, noch einige Wochen auf Reisen zu gehen, und zwar wollten sie nach Baden- Baden fahren, wo es immerhin schon etwas wärmer sei als hier im Norden. Sie packten erneut die Koffer, die sie erst ausgepackt hatten. Der große Reisewagen stand noch in der Garage, bedeckt vom Staub und Schmutz, den sie aus Italien mitbrachten. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück fuhren sie ab.

Erst als sie die Stadt hinter sich hatten, konnte Christa wieder freier atmen. Frau Beate saß am Steuer und fuhr die Landstraße mit hoher Geschwindigkeit dahin, wie sie es immer tat, wenn sie gut geschlafen hatte. Christa saß neben ihr und blickte, mit ihren Gedanken beschäftigt, teilnahmslos über die Felder.

Es ist eigentümlich, dachte sie, daß er nie ein Parteiabzeichen getragen hat und wir auch nie oder ganz selten über Politik ge­sprochen haben. Zuweilen fiel es mir ja auf, daß er stets das Gespräch wechselte, sobald ich politische Dinge berührte. Niemals trat er mit einem Wort für die Partei ein, aber er sprach auch nie ein Wort gegen sie! Es waren immer die gleichen, alten Gedanken, die sie in ihrem Kopf hin und her wälzte.

,, Cheer up, my girl!" rief Frau Beate heiter. ,, Ich glaube, die

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