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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
223
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lich, was er dachte. Vielleicht hatte sie ihn verletzt? Der Gau­leiter sei unberechenbar, sagten die Leute.

Man durfte nicht vergessen, daß er Herr über Tod und Leben im Lande war. In seinem berüchtigten Lager Birkholz hetzten sie die Gefangenen, die ausbrechen, mit Bluthunden, und bis in die Dörfer hörte man die Gemarterten schreien. Ein Bauer, der nicht log, hatte es ihr persönlich erzählt.

Plötzlich wurde Marion von Unruhe und Angst erfaßt. Sie wollte aufspringen und fortlaufen aus diesem unheimlichen Saal. In diesem Augenblick lehnte sich der Gauleiter in seinem Sessel zurück. Ein dünner Sonnenstrahl, der durchs Fenster fiel, streifte seinen Backenbart, der rostrot aufsprühte, und man sah, daß er am Ohr gekräuselt war. Das gerötete Gesicht begann zu nicken, aber das Nicken verriet keinerlei Mißbilligung, und Marion atmete wieder auf und ihre plötzliche Angst verflog.

Der Gauleiter räusperte sich und ein wohlwollendes Lächeln umspielte seinen derben Mund. Er nickte abermals.

,, Sie sind ein schönes Mädchen!" begann er, und er fuhr fort: Gewiß haben Sie auch einen Geliebten?"

Die Frage war so überraschend und plump, daß Marion laut auflachen mußte. ,, Herr Gauleiter", rief sie lachend aus ,,, auf diese Frage wird Ihnen jede Frau mit einer andern Lüge ant­

worten."

Auch der Gauleiter lachte. ,, Ausgezeichnet!" lachte er., Sie verstehen es vorzüglich, Antworten zu geben, die keine Ant­worten sind." Er stand auf., Meine Zeit ist bedauerlicherweise beschränkt", sagte er ,,, und zur eigentlichen Sache sind wir leider nicht gekommen." In geschäftsmäßigem Tone fügte er hinzu: Ihre Schulangelegenheit, Fräulein Fahle, interessiert mich als Gauleiter jedenfalls lebhaft, und wir müssen noch darüber aus­führlich sprechen. Ich kann Ihnen heute schon versichern, daß ich sie ordnen werde. Heute aber habe ich leider einen dringenden Bericht fertigzustellen, doch morgen werde ich Zeit für Sie finden, da arbeite ich zu Hause. Können Sie um sechs Uhr zu mir nach Einstetten kommen?"

,, Aber gewiß!" antwortete Marion, deren Züge ein Lächeln erhellte.

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