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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
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Aus der Tür oben trat mit umgeschnalltem Revolver ein Wachtposten, ein Soldat in schwarzer Uniform, der sie neugierig betrachtete. Augenblicklich erwachte ihr abgründiger, unsag­barer Haß, und ihr Mut kehrte zurück. Sie erklärte dem Wacht­posten, daß sie den Gauleiter zu sprechen wünsche, und der Posten, der sie neugierig und voller Gefallen musterte, deutete auf die Türe. Der Gauleiter hatte wiederholt bekanntgegeben, daß er für jedermann ohne Ausnahme zu sprechen sei, aber nur ganz selten war jemand über das Adjutantenzimmer hinaus­gekommen.

Marion hatte sich so schön und anziehend wie möglich ge­macht. Ein wertvoller Pelz umhüllte ihren schlanken Körper, die Pelzmütze trug sie so weit in den Nacken zurückgeschoben, daß die pechschwarzen Locken über der freien, schönen Stirn zu sehen waren, Schuhe und Handschuhe und alles, was zu einer Dame gehört, waren ohne jeden Tadel.

Die auffällige Stille und der Anblick des Treppenhauses über­raschten sie. Wenn man von der Straße hier eintrat, so glaubte man, plötzlich in eine völlig neue Welt gekommen zu sein. Das mit Gemälden von Treppenhaus war von oben bis unten Heiligen, Propheten und allegorischen Gestalten bedeckt und strömte eine Atmosphäre des Überirdischen und Heiligen aus. Es erschien wie eine Vorhalle des Himmels. Marion war seit ihren Kinderjahren nicht mehr im bischöflichen Palais gewesen.

Sie stieg langsam die Treppe aus weißem Marmor empor, und die Angst von vorhin preẞte ihr Herz aufs neue zusammen. Da hörte sie von oben heiteres Gelächter und fröhliche Männer­stimmen, die ermutigend klangen, und sie pochte entschlossen an die graugestrichene, mit verschnörkelten Ornamenten verzierte Türe des Adjutantenzimmers.

In diesem Augenblick erschienen zwei Offiziere in der Türe und verabschiedeten sich lachend. Der eine, ein Mann in reiferen Jahren, dessen verwegenes Gesicht auffiel, eilte rasch die Treppe hinab, ein hellblonder, hochaufgeschossener Offizier blieb in der Türe stehen und bedeutete Marion näherzutreten.

,, Ich bitte", sagte er freundlich, noch das Lachen von vorher auf den Lippen, während er die Türe zuzog. Er musterte sie

Institut für neuere deutsche Literatur

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