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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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rasch und unauffällig, und sie konnte an seinem Wesen er­kennen, daß sie ihm gefiel. Ihre wichtigste Aufgabe bestand heute darin, all den Männern, denen sie begegnete, zu gefallen, wenn sie etwas erreichen wollte.

,, Wollen Sie bitte Platz nehmen", fuhr er höflich fort, indem er auf einen Stuhl deutete.

Das Adjutantenzimmer, angefüllt von Zigarettenrauch, war ein mittelgroßer Bibliotheksraum, der bis an die Decke voll­gestopft mit Büchern war. Marion fühlte den musternden, aber freundlichen Blick des Offiziers auf sich gerichtet und nannte ihren Namen. Sie begann den Grund ihres Besuches zu erklären, als ihr der Offizier ins Wort fiel.

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,, Fräulein Fahle?" sagte er lächelnd. ,, Ich zerbrach mir soeben den Kopf, wo ich Sie schon gesehen habe. Sie sind doch die be­kannte Tennisspielerin? Und nun bitte ich Sie fortzufahren. Wenn Sie rauchen wollen?" Er reichte ihr eine Schachtel Zigaretten.

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Marion errötete, so gut war es bis jetzt gegangen. ,, Danke", sagte sie und berichtigte, daß sie zur Zeit als Lehrerin tätig sei. Dann trug sie das Anliegen vor, das sie hierher führte. Sie hatten dreißig Schüler und Schülerinnen in der Klasse, aber es stände ihnen nur ein kleines Zimmer für den Unterricht zur Ver­fügung, das nicht halb so groß wäre wie diese Bibliothek. Nun habe ein Glaubensgenosse ihnen drei Zimmer zu Unterrichts­zwecken angeboten, und sie sei hergekommen, um die Einwilli­gung des Herrn Gauleiters zu erbitten.

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Der lange Offizier hörte ihr aufmerksam zu und nickte, aber seine frühere Freundlichkeit verschwand mehr und mehr, je länger sie sprach. Zuletzt wandte er den Blick ab und senkte den Kopf.

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,, Lassen Sie mich einen Augenblick nachdenken, Fräulein Fahle", sagte er in etwas kühlerem Tone. ,, Ihr Fall liegt keines­wegs so einfach. Ich werde mich aber trotzdem bemühen, Ihnen gefällig zu sein", hier hob er wieder den Blick und sah sie an, ,, obschon es, wie gesagt, eine ziemlich heikle Sache ist. Der Herr Gauleiter ist augenblicklich sehr beschäftigt, und ich weiß nicht, ob er Sie anhören wird. Sie sind Jüdin? Sagten Sie es nicht?"

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