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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
200
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,, Wehe, wehe dem deutschen Volk!" rief er aus. ,, Die Schale der bösen Gedanken ist übervoll und sinkt tiefer und tiefer. Die Zeit ist nicht mehr fern, da sie das Übergewicht über die guten Gedanken haben wird!"

Der Abt machte kein Hehl aus der großen Bewunderung, die er früher für Deutschland empfand. Früher? Jetzt nicht mehr? Nein, jetzt nicht mehr. Deutschland habe sich in den letzten Jahren allzusehr zu seinen Ungunsten geändert, antwortete er. ,, Wehe, wehe, dem deutschen Volk!"

So habe man ihm berichtet, daß es heute in Deutschland sehr gefährlich sei, die Wahrheit auszusprechen. Sein Gewährsmann führte Hunderte von Beispielen an, erschreckende Beispiele. Ob sie davon hörte, wie schändlich man viele religiöse Genossen­schaften und Klöster in Österreich behandelte?

Nein, davon habe sie nie etwas gehört.

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Das Böse wächst und gebiert Böses! Sein Gewährsmann berich­tete ihm, wie man ehrwürdige und gottesfürchtige Nonnen aus ihren Klöstern roh und rücksichtslos vertrieb, unter Umständen, die jedem die Schamröte ins Gesicht treiben mußte. Ja, der alte Abt sah in Wahrheit die Zukunft des deutschen Volkes in Finsternis und Nacht gehüllt, schrieb Christa, und sie konnte sich nicht losreißen von ihrem ehrwürdigen Abt mit seinen herr­lichen Augen, so daß Fabian fast ärgerlich wurde. Ganz be­sonders war es dem Abt aufgefallen, daß sich im Wesen des deutschen Volkes erschreckende und gefährliche Züge zeigten, die er früher niemals beobachtet habe.

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Welche erschreckenden Züge er eigentlich meine? fragte Christa erschrocken.

,, So zum Beispiel die Heimtücke, meine Tochter", entgegnete der Abt ,,, um nur einen grauenhaften Wesenszug zu nennen. Es ist ein erschreckender und völlig überraschender Zug im Wesen des deutschen Volkes, der mir seit geraumer Zeit öfters auffiel."

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Und darauf erzählte er eine Geschichte, die gänzlich unfaẞbar klingt. Nicht seinem Gewährsmann passierte sie, sondern seinem eigenen Neffen, der sie ihm selbst berichtete.

Seinem Neffen, einem Studenten in Wien , gläubig und gottes­fürchtig von seiner leiblichen Schwester erzogen, widerstrebte es,

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