Druckschrift 
Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
129
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war ganz niedrig und hatte keine Räder, er lief auf Ketten! Sie erstarrte! Es war ein Tank!

Es war ein Tank! rief Frau Beate erregt aus und erhob sich vom Schaukelstuhl. Sie entnahm einem Schränkchen die Kristall- karaffe und goß sich einen doppelten Kognak ein.

Schließlich gelang es ihr, ihren Ingenieur heranzurufen, fuhr

Frau Beate fort, während sie auf und ab ging und ihre Erregung zu verbergen suchte.Ist das ein Tank? fragte sie ihn.Wollt ihr denn Krieg führen? Der einfältige Narr lachte ihr ins Ge- sicht. Nein, das wäre ihre neueste Heereslieferung. Sie hätten zweihundert solcher Tanks in Auftrag bekommen.

Ihr wollt also doch Krieg führen? wiederholte Frau Beate.

Wenn ein Heer rüstet, so bedeutet das noch lange nicht, daß es Krieg führen will, antwortete der Dummkopf.

Frau Beate lachte.Glauben Sie? Oh, ich kenne mich besser aus. All diese Dinge kenne ich noch vom Weltkrieg her. Man lügt euch die Ohren voll und ihr Dummköpfe glaubt es. Was für Offiziere sind denn das?

Der Ingenieur gab keine Antwort mehr.

Frau Beate blieb stehen. Die lange weiße Asche ihrer Zigarre fiel auf den Boden. Ja, nun wußte sie genug. Augenblicklich stand bei ihr fest, daß sie keine Rente von einem Werk beziehen wollte, das Kriegsmaschinen baute. Schluß damit! Schluß!

Christa verließ das Zimmer, um für den Tee zu sorgen, und Frau Beate fügte hinzu, sie habe ihren Mann im Weltkrieg ver- loren, den Major Lerche-Schellhammer, er war in einer Tank- schlacht bei Soissons schwer verwundet worden. Sie wußte ge- nau, was ein Tank ist! Erregt schlürfte sie noch einen Kognak und einen zweiten.

Sie zündete sich eine neue Zigarre an und nahm in einem Sessel Platz.

Und nun bitte ich Sie um eines, wandte sie sich an Fabian, als Christa wieder eintrat,versuchen Sie, den Vertrag so rasch wie möglich unter Dach und Fach zu bringen. Grüßen Sie meine Brüder, ich bäte um Eile. Wir hätten die Absicht, sobald wie möglich nach Italien zu reisen, um den Winter in Florenz und Rom zu verbringen.

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