Druckschrift 
Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
65
Einzelbild herunterladen

en. Ein­an, der

nd, daß

Comfort

natür­

ilde hat

leben!"

Park, in ern und

Gärten gedehn­ibhäuser Her Sani­en Vor­men, von er Land­

igte nur h Amsel Essen( er ng nicht

esondere

e Frauen valeszenz

mit seiner

deinigen Sie hatte and wurde

vernahm

em er so­

gleichen

auf einer en spielte, kletterte.

nach dem

das Kätzchen gierig hechelte. Es war über den Hinterkopf ab­gerutscht, und über seine drolligen Anstrengungen, wieder auf den Haarschopf hinaufzuklettern, konnte sich Marion fast tot­lachen. Als sie die Gartentüre hörte und Fabian erblickte, sprang sie sofort auf, ohne sich um das Kätzchen im geringsten zu küm­mern, und kam ihm, noch das ausgelassene Lachen auf den Lip­pen, rasch entgegen.

,, Herrlich, daß Sie kommen, Doktor!" rief sie ihm zu und reichte ihm die Hand. Das Kätzchen glitt dabei über ihre Schul­ter auf den Weg herab und flüchtete eilig in die Büsche.

Marion war ein junges Mädchen von ungewöhnlicher Schön­heit und Frische. Sie machte den Eindruck einer dunkelhäutigen Italienerin mit schwarzen Haarlocken und dunklen Augen, die wie Steinkohle aus dem bläulichen Weiß funkelten. Etwa zwanzig Jahre alt, trieb sie leidenschaftlich Sport. Sie galt als eine der vorzüglichsten Tennisspielerinnen der Stadt und gewann vor zwei Jahren das große Klubturnier. Ihr heiteres, herzliches Lachen war überall bekannt, es umflatterte sie Tag und Nacht wie bunte Schmetterlinge. Die Frische und Heiterkeit, mit der sie das Leben hinnahm, hatte sie in der ganzen Stadt beliebt ge­macht. Natürlich war sie stets von einer Schar von Verehrern und Bewunderern umschwärmt. Auch der junge Oberleutnant Wolf von Thünen machte ihr vor Jahren auffällig den Hof. Er war damals bis über die Ohren in sie verliebt und erzählte in dieser Zeit allen seinen Kameraden, daß er sich bald mit Marion verloben werde. Aber daran war nichts wahr.

,, Papa freut sich ganz ungeheuer, daß Sie zu uns herauskom­men", rief Marion aus, als sie Fabian zum Hause geleitete.

,, Das Semester hat wohl noch nicht begonnen?" begrüßte sie Fabian, der Marion seit Monaten nicht gesehen hatte. Marion studierte Medizin und wollte sich später als Röntgenologin im Institut ihres Vaters ausbilden.

Das junge Mädchen errötete jäh. Wie eine Flamme schoß ihr das Blut in die Wangen, so daß sie jetzt noch mehr einer Ita­lienerin ähnlich sah, die von der glühenden Sonne verbrannt war. ,, O nein", stotterte sie ,,, o nein, mit dem Semester ist es dies­mal nichts geworden." Sie brach unvermittelt ab und strich sich

"

5 Totentanz

65