Druckschrift 
Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
50
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Frau Beate Lerche- Schellhammer war eine schwere, massige Frau mit kräftigen Schultern und einem geröteten, in die Breite gegangenen Gesicht. Sie hatte die gleichen braunen Augen wie Christa, nur daß sie um eine Schattierung dunkler waren und nicht dieselbe samtartige Weichheit zeigten. Sie waren härter. Wenn man die beiden auf der Straße sah, so konnte man nicht eine Sekunde im Zweifel darüber sein, daß sie Mutter und Toch­

ter waren.

Endlich hatte Frau Beate den Brief auf einer Kommode in der Ecke gefunden und reichte ihn Fabian: ,, Lesen Sie den Brief in aller Ruhe", sagte sie ,,, und erklären Sie mir dann, worauf meine edlen Brüder hinauswollen. Es scheint, als hätten sie end­lich die Maske abgeworfen! Wenn ich sie recht verstehe, soll ich aus den Werken Schellhammer ausscheiden, kurzerhand aus­booten wollen sie mich, da ich ihnen im Wege bin! Nun, Sie werden ja sehen." Schon stieg ihr wieder die Röte ins Gesicht. Sie entnahm einer Schachtel eine schwarze Zigarre, ließ sich in einem bequemen Sessel nieder und begann in erregten Zügen zu paffen. Dabei ließ sie Fabian nicht eine Sekunde aus den Augen. Sobald er nur die Brauen hochzog, richtete sie sich im Sessel auf und rief: ,, Nun, habe ich recht?"

,, Er muß ja den Brief erst lesen", warf Christa ein. Fabian nickte nachdenklich. ,, Es scheint, daß Sie recht be­halten, gnädige Frau", erwiderte er.

Die Sche deutenden Weltkrieg

Frau Beate stieß eine mächtige Rauchwolke zur Decke empor und lachte wütend. ,, Natürlich kann ich meine edlen Brüder recht gut verstehen", begann sie von neuem. ,, Was wollen sie? Nützen kann ich ihnen nichts mehr und schaden kann ich ihnen noch weniger. Was für ein Interesse sollten sie also an mir haben? Ich bin nicht in der Lage, ihnen den Ehrendoktor zu ver­leihen oder glänzende Orden, wie ihre Weiber sie lieben, oder haushohe Titel, vor denen ihre Dienstboten herumkriechen. Ich verstehe ja, daß ihnen ihre Weiber näherstehen als ihre Schwester." Das Mädchen brachte den Tee, und sie brach ab. Christa half den Tisch zurechtzumachen.

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Fabian las den Brief zu Ende und versuchte sich nochmals

die Rechtslage vorzustellen.

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