Druckschrift 
Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
49
Einzelbild herunterladen

en ge-

‚stand n Be-

nschen

»rsehen m seine große

N stehen,

9, Von

y a0 sie

yunge

abıgen,

ur un g ent

a a TEE

en

.

Auch heute war Fabian von ihrem Lächeln wieder bezaubert.

Wie reizend ist doch ihr Lächeln? dachte er, während er plaudernd mit ihr ins Haus trat. Ist es nicht merkwürdig, daß ich es selbst während meiner langen Abwesenheit nicht ganz ver- gessen konnte? Und wie wundervoll ist doch der Klang ihrer Stimme! Nein, du kannst sagen, was du willst, sie ist wirklich ein wahrhaft reizendes Wesen.

Sie kommen gerade recht zum Tee, Mama erwartete Sie seit Tagen, sagte Christa und öffnete die Türe zum Empfangs- zimmer.

Auch diese einfachen Worte gefielen ihm. Es ist schließlich ganz gleichgültig, was sie sagt, dachte er. Es liegt am Zauber ihrer weichen Stimme.

Das Empfangszimmer war ein großer, altväterlich möblierter Raum, in dem einige helle Biedermeiermöbel standen. Über dem Sofa hingen zwei nachgedunkelte Ölgemälde, die den alten Schell- hammer und seine Frau darstellten. Frau Schellhammer, als junge Mutter abgebildet, zeigte mit ihrem schlichten, braunen Scheitel eine auffallende Ähnlichkeit mit Christa.

Ich bitte Sie herzlich, beruhigend auf Mama einzuwirken, begann Christa und deutete auf einen Sessel.Sie war in den letzten Tagen unsagbar aufgeregt.

Aufgeregt, sagt sie? rief in diesem Augenblick mit lauter Stimme Frau Beate Lerche-Schellhammer, die breit und mit vor Zorn geröteten Wangen in der geöffneten Türe erschien.Ge- platzt bin ich vor Wut! Räuber und Spitzbuben, das sind meine verehrten Herren Brüder, Banditen! Sie lachte wütend auf, in- dem sie auf Fabian zuging.Endlich zurück von der Reise, lieber Freund? fügte sie ruhiger hinzu und reichte ihm die Hand, während die Röte auf ihrem Gesicht verging.

Fabian begrüßt sie herzlich wie eine alte Bekannte.

Behalten Sie ruhig Platz, mein verehrter Freund, fuhr sie fort.Ich habe wieder, wie sooft, Ihren Rat dringend nötig. So- fort werde ich Ihnen den Brief geben, den meine edlen Brüder

an mich geschrieben haben. Es ist ein Briefchen, das sich ge- waschen hat. Wo habe ich denn den Brief dieser Schurken hin- gelegt, Christa?

4 Totentanz