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und sprach keineswegs die fließende, pausenlose, korrekte Sprache Fabians.
Lehrer Gleichen war etwas größer als beide, ein Mann mit krausen, fast schon völlig_ergrauten Haaren, einem kantigen, zer- grübelten Gesicht und düster glimmenden, großen Augen. Er war sehr schweigsam, aber sobald er den Mund öffnete, war man aufs neue erstaunt über die Weichheit und Schönheit seiner Sprache.
Wolfgang zündete sich eine neue Virginia an und machte den Bruder auf die Glasur einer Schale aufmerksam, die auf dem Tische stand.„Es ist eine echte Sungschale, sieh sie dir aufmerk- sam an, Frank, ich will das Geheimnis ihrer Glasur ergründen.“ Sie sprachen über Glasuren und Wolfgangs Brennofen, auf den er besonders stolz war.
Während sie plauderten, trat Wolfgangs Wirtschafterin ein, die Margarete hieß und Retta genannt wurde. Wolfgang war nicht verheiratet. Er war der Ansicht, daß Frauen und Kinder zuviel Unruhe ins Haus brächten und ein Künstler nur seiner Kunst leben sollte. Offenbar schien er sich ziemlich wenig aus Frauen zu machen, und Fabian hatte ihn nur einmal über eine Frau mit uneingeschränktem Lob sprechen hören, es war Frau Beate Lerche-Schellhammer, die sie schon seit ihrer Jugend kannten.
Diese Retta, in Wesen und Tracht eine ältliche, etwas ver- wachsene Bäuerin von der seltenen Häßlichkeit einer Hexe, trat ins Atelier und ging ohne alle Umstände auf Wolfgang zu. Dabei wurde sie immer kleiner und ihre hageren Züge sahen unruhig und verstört aus. Es stände ein Auto vor dem Haus von Tierarzt Schubring, sagte sie aufgeregt, das käme ihr nicht geheuer vor. Die Leute deuteten immer hierher.
„Nicht'geheuer sieht das Auto aus?“ fragte Wolfgang und lachte,
Nein, nicht geheuer. Zwei Leute in Uniformen säßen darin, und den Chauffeur, den kenne sie. Es sei der gleiche Chauffeur wie damals, als sie den Pfarrer Rechtling mitnahmen nach seiner Pfingstpredigt.„Die Herren können sie ja sehen“, schloß Retta und schlich an eines der kleinen Bauernfenster, die auf die Straße hinausgingen.


