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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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Wolfgang schwieg eine Weile, dann lachte er auf. ,, Das ist ja die Sache!" rief er aus. ,, Dieser Wahlspruch ist in erster Linie die Ursache, daß ich die Figur ausstellen will, und zwar gerade jetzt. Nicht wahr, Gleichen? Wir sprachen lange darüber."

Lehrer Gleichen nickte. ,, Es ist ein Protest!" erklärte er und flüchtige rote Flecke erschienen auf seinen fahlen, hageren Wan­gen. ,, Es ist ein Protest gegen würdelose Unterwürfigkeit."

, Wird man den Protest nicht als Provokation empfinden?" fragte Fabian.

دو

Wolfgang zuckte die Achseln. ,, Es fragt sich sehr, ob man den Protest überhaupt als Protest erkennen wird. Wenn man ihn als Provokation empfinden sollte, um so besser. Mir ist alles einerlei. Jedenfalls werden Tausende den Protest sofort verstehen und da­mit habe ich meine Absicht erreicht! Und nun wollen wir den Akt vorläufig wieder einhüllen."

Er legte feuchte Tücher um die Figur, die bald als häßliches, unförmliches Bündel dastand. Zuletzt verhüllte er den Sockel mit dem Spruch.

,, Und nun wirst du uns erzählen, Frank, wie es in der Welt aussieht", wandte er sich an den Bruder. ,, Natürlich wirst du bei mir zum Mittagessen bleiben, das versteht sich von selbst. Glei­chen hat schon zugesagt. Es gibt Pfannkuchen, die meine Retta herrlich zuzubereiten versteht. Setzen wir uns an den Tisch am Fenster!"

und sprach Fabians.

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Wolfgang war von einer fast immer gleichmäßigen Heiterkeit erfüllt, der Heiterkeit schöpferischer Menschen. Er war um zwei Jahre älter als sein Bruder, kleiner und stämmiger und hatte kräf­tigere und derbere Gesichtszüge. Sein Haar machte einen wirren und unordentlichen Eindruck und war schon stark von weißen Fäden durchzogen. Seine hellbraunen Augen, die einige dunklere Punkte zeigten, waren ebenfalls von Heiterkeit erfüllt, aber sie hatten einen merkwürdigen geheimnisvollen Ausdruck, den man nicht so rasch ergründen konnte. Im Gegensatz zu seinem Bruder schien er auf sein Äußeres geringen Wert zu legen. Sein heller Arbeitskittel war verknittert, voller Asche und Flecken trocke­nen Tons. Man sah deutlich, daß er mitten in der Arbeit steckte und Tätigkeit und Gedanken ihn erregt hatten. Er lachte häufig

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