Druckschrift 
Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
15
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Enttäuschung an. Er hatte geglaubt, der Oberst sei mindestens zum General befördert worden. ,, Herr Oberst von Thünen hatte ja schon lange die Absicht, seine großen Fähigkeiten der Partei zur Verfügung zu stellen?"

Die Baronin nickte eifrig und die stahlblauen Federn auf ihrem Hütchen schillerten. ,, Ja, das hatte er", versicherte sie mit ver­zückten Augen. ,, Er war ja von jeher ein begeisterter Anhänger der Bewegung und bewarb sich schon seit langem um einen Posten, der seinem Rang als Oberst entsprach. Natürlich griff er jetzt sofort zu. Man muß dabei sein, sagte er. Als Patriot und Offizier erblicke ich meine Pflicht darin, mich der Bewegung mit Haut und Haaren zur Verfügung zu stellen. Wenn die Ney und Murat sich so lange besonnen hätten, bis Napoleon Cäsar wurde, wären sie nicht Marschälle und Könige geworden, sondern kleine Korporale geblieben." Sie lachte ein helles Lachen, das ebenfalls sehr jugendlich klang. ,, Sie können sich nicht vorstellen, wie gücklich der Oberst ist", fuhr sie fort. ,, Jetzt hat er wenig­stens wieder etwas zu tun. Pensionierte Offiziere ohne Tätigkeit müssen ja rapide verkalken, rapide. Ich gebe Ihnen mein Wort, der Oberst ist um zwanzig Jahre jünger geworden."

Fabian drückte seine Freude aus. Oberst von Thünen war ein Offizier von altem preußischen Schlag, dessen Aufrichtigkeit und Offenheit er bewunderte. Er machte keinen Hehl aus seiner kaiserlichen Gesinnung, seinen imperialistischen Ansichten und seiner Abneigung gegen die Republik . Im Weltkrieg hatte er mit großem Erfolg ein Regiment geführt und war wiederholt im Heeresbericht erwähnt worden. Eine schwere Verwundung hatte seiner Karriere ein Ende gemacht.

Die Baronin fuhr mit großem Eifer fort: ,, Auch Wolf, meinen Jungen, der noch allzusehr in den süßen Torheiten der Jugend steckt, hat er mit seiner Begeisterung angesteckt. Er predigt ihm täglich, wer heute in Deutschland nicht seinen Weg macht, sei entweder ein Esel oder ein vaterlandsloser Geselle. Deutschlands große Stunde hat geschlagen, wiederholt der Oberst jeden Tag ein paarmal. Ja, bei Gott, wir leben in einer herrlichen Zeit, einer wundervollen, großen Zeit, nicht wahr? Ich wundere mich auch sehr, mein verehrter Freund", wandte sie sich unerwartet an

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