Druckschrift 
Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
14
Einzelbild herunterladen

lag hingegossen im grauen Straßenkleid in einem niedrigen Sessel, ein sehr flottes winziges Hütchen mit stahlblauen Federn auf den leicht ergrauten Haaren. Dieses flotte Hütchen war die Ursache gewesen, weshalb sie der Freundin einen Morgenbesuch machte. Die Baronin war an die Fünfzig, sah aber noch immer recht jugendlich aus, und niemand konnte ihr ansehen, daß sie bereits einen erwachsenen Sohn hatte, der um einen Kopf größer war als sie selbst. Er war Oberleutnant.

,, Du wirst eine Tasse Tee mit uns nehmen, Frank, und uns einen Augenblick Gesellschaft leisten", bestimmte Clotilde und klingelte nach dem Mädchen, ohne Fabians Zusage abzuwarten. ,, Baronin Thünen war so reizend, auf einen Sprung zu mir her­aufzukommen."

,, Ich ahnte ja nicht, daß Ihr Urlaub heute zu Ende ist, mein verehrter Freund", rief Frau von Thünen lebhaft aus und lächelte ihr etwas geziertes Lächeln, das sie stets annahm, wenn ein Mann anwesend war.

,, Meine erste Begegnung in der Stadt könnte nicht angeneh­mer sein, Baronin", entgegnete Fabian mit einer jener höflichen Redensarten, wie er sie liebte.

Enttäuschu zum Gene

Er hatte sofort gesehen, daß Clotilde während seines Urlaubs ihr Vorzimmer, das sie Boudoir nannte, neu tapezieren ließ. Sie hatte eine helle, goldfarbene Tapete mit großen Chrysanthemen gewählt, von der sie schon lange schwärmte. Die großen lachs­farbenen Blüten wirkten etwas unruhig, paßten aber vorzüglich zu ihrem Morgenkleid, das den Schnitt eines Kimonos zeigte, zu den wenigen niedrigen Sesseln, die im Zimmer standen, und dem kleinen gelben indischen Teppich, den sie von ihrer Mutter ge­erbt hatte. Ein zurückgeschlagener erdbeerfarbener Samtvorhang führte zu ihrem Schlafzimmer, aus dem ein leiser Duft von Par­füm und Essenzen strömte.

hatte ja so Partei zur

, Vergiß nicht, die Baronin zu beglückwünschen", begann Clo­tilde mit einem liebenswürdigen Lächeln, das jedermann täuschen konnte, nur Fabian nicht. ,, Herr Oberst von Thünen wurde zum Standartenführer ernannt."

Die Bar

Hütchen

zückten A

der Bewes Posten, de jetzt sofor

Fabian verbeugte sich. ,, Meinen aufrichtigen Glückwunsch, Baronin!" rief er aus, aber seiner Stimme hörte man eine leichte

Offizier er

Haut und

Murat sich

wären sie kleine Ko ebenfalls s

wie gückl stens wied

müssen ja

der Obers

Fabian

Offizier v

Offenheit

kaiserliche

seiner Ab mit große

Heeresber seiner Ka

Die Ba

Jungen, d

steckt, ha

täglich, w

entweder

große St

ein paarm

wunderv

sehr, me

14