,, Nein," antwortete ich fest. ,, Ich habe mit dem Diebstahl nichts zu tun." ,, Ich werde dir die Zunge schon lösen", schrie er wütend und ging wuchtig hinaus.

Neue Opfer wurden hereingeführt. Zwei Revierpfleger wurden gehängt. Sie stöhnten und schrien. Nach einer Viertelstunde löste man ihre Fesseln wieder. Sie wußten ebensowenig von dem Einbruchsdiebstahl wie ich und konnten abtreten.

Ich jedoch mußte weiter hängen. Meine Lungen waren so eingeengt, daß ich nicht genügend Atem hatte. In Rinnsalen lief mir der Schweiß am Körper herunter. Von der Nasenspitze tropfte es wie aus einem schlecht­geschlossenen Wasserhahn und bildete eine kleine Lache am Boden. Schwaches Stöhnen drang aus meiner Brust. Meine Lungen schmerzten. Ich rechnete jeden Augenblick damit, daß sie platzen würden. Nachdem ich etwa fünfzig Minuten gehangen hatte, kam noch einmal der Lagerführer. Wieder fragte er, ob ich nichts zu erzählen hätte. Ich antwortete nicht, war gar nicht mehr fähig dazu. Ich hörte alles nur noch wie aus weiter Ferne, was um mich geschah. Mein Bewußtsein begann sich zu verdunkeln.

Endlich wurde ich heruntergelassen und von meinen Fesseln befreit. Wie ich hinausgekommen bin, weiß ich nicht mehr. Ich stand neben dem Häftlingsarzt Sil, der der nächste zum Hängen sein sollte. Aber ein gütiges Schicksal hat ihn vor diesen fürchterlichen Folterqualen bewahrt.

Die Täter waren entdeckt worden.

Aber nicht durch das grausame Hängen, sondern durch eine Haussuchung in den Räumen des Reviers. Dort waren in dem Zimmer des SS- Arztes, in seinem Schreibtisch und in seinen Spinden, die gestohlenen Lebensmittel aufbewahrt worden in der Hoffnung, daß sie hier nicht entdeckt würden.

Es waren drei Grüne, die den Einbruchsdiebstahl in der Häftlingsküche ausgeführt hatten. Abwechselnd wurden sie geprügelt, getreten, gehängt. Der Lagerführer wollte von ihnen erfahren, wer die Abnehmer der großen Mengen leicht verderblicher Lebensmittel waren. Trotz der grausamsten Folterqualen, die über Wochen gingen, waren die Diebe festgeblieben. Sie hatten den Einbruch ganz auf sich genommen und niemand verraten. Auch später ist nichts über die wahren Hintergründe des Einbruchs heraus­gekommen. Wahrscheinlich aber ist, daß der SS - Arzt Dr. Berger selbst dahintersteckte.

Die Folgen des Hängens hatte ich nur langsam überwunden. Fast eine Woche lang konnte ich meine Hände nicht gebrauchen. Meine Arme hingen schlapp und kraftlos herunter. Ich ließ sie täglich massieren, trotzdem war ich nicht fähig, sie bis zur Schulterhöhe zu heben. Beim Anziehen mußte mir noch nach vier Wochen jemand behilflich sein.

,, Lieber hundert Stockhiebe, als eine Stunde hängen", sagte mir einmal ein Häftling, der beide Strafarten durchgemacht hatte.

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